einem gemeinsamen ZINNKRUG trinken:, Er ist fast immer mit einemHakenkreuz oder Sowjetstern oder den drei Pfeilen graviert'..."Kehren wir aber nochmals in die Vergangenheit zurück. Nicht uner-wähnt soll der Beitrag der Handwerker bleiben, die zünftisch organisiertzum Aufblühen und zur weiten Verbreitung des Zinngeräts als Herstel-ler und Verkäufer naturgemäß einen bedeutenden Anteil hatten. DasHandwerk selbst- und damit die Handwerker- war in Zünften( engl.,, livery companies") sehr streng organisiert. Diese Zünfte sind im Zu-sammenhang mit Zinn von ganz hervorragender Bedeutung, nicht derKontrolle wegen, die sie über ihre Mitglieder und deren Produkte hatten,sondern auch weil viel Zinngerät- etwa ab der Mitte des 17. Jahrhun-derts- für die Zünfte und ihre Mitglieder hergestellt worden ist. DiesesGerät stand vielfach in zünftischem Gebrauch und zeichnet sich durchbesondere handwerklich aufwendige Formgestaltung und Gravur aus.Auch die Meister und Angehörigen von Zünften hatten eigenes Gerät,das sie vielfach durch die aufgetragenen Symbole als Zugehörige ihrerZunft auswies. Seit etwa dem 12. Jahrhundert schlossen sich Arbeiterdes gleichen oder verwandten Handwerks zusammen, wenn sie in dergleichen Nachbarschaft wohnten oder die gleiche Kirche besuchten. InDeutschland wurde 1285 eine Zinngießer- Zunft in Nürnberg gegründet,1324 in Augsburg und 1375 in Hamburg. Seit dem 14. Jahrhundert gibtes aber erst genauere Zeugnisse über die Tätigkeit der Zünfte. 1348fand die Handwerksorganisation der Londoner Zinngießer offizielleAnerkennung; vorher schon, nämlich 1268 wird Paris genannt. Esfolgen Strasbourg 1363 und Dijon 1478. Weitere Städte folgen im Laufeder Zeit. In diesem Zusammenhang mag vielleicht besonders dieSituation in Niederösterreich und Wien interessieren. Adolf Mais sprichtvon 243 Zinngießern in Wien im Laufe der Jahrhunderte, die schonErwin Hintze aus Archivmaterial eruiert hatte. A. Mais selbst konntedieser Liste noch weitere 120 männliche Zinngieẞer anfügen und weistmit besonderem Nachdruck auf die bisher nicht bekannten 119 Mei-sterinnen- Namen hin, die ebenfalls dieser Liste beigefügt werden müs-sen. Gerade durch die Meisterinnen- Namen konnten interessanteQuerverbindungen und Werkstättentraditionen aufgedeckt werden. FürNiederösterreich wird dieses Thema von Georg Wacha behandelt.Krems, Wiener Neustadt, Waidhofen an der Ybbs, Bruck an der Leitha,Horn, Baden, Scheibbs, Ybbs und St. Pölten sind wohl die Hauptortevon Zinngieẞerwerkstätten, aber auch in der näheren Umgebung dergroßen Stifte und Klöster- wie etwa Melk( 1463)- kann man Werk-stätten vermuten. Der in Prag residierende Kaiser Matthias erließ am
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