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Zinn : Gerät in Alltag und Brauch ; aus der Metallsammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde ; Katalog
Entstehung
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besonders der ärmeren Landbevölkerung unerschwinglich. Dennochfindet sich auch bei diesen nicht begüterten Bevölkerungsschichten einreichhaltiges Zinngerät, allerdings ohne jede Marke. Wandernde Zinn-gießermeister aus Piemont seit dem 17. Jahrhundert sollen es inÖsterreich etwa 1000 gewesen sein- stießen in diese ,, Marktlücke" vorund haben besonders in abgelegenen Tälern, von Hof zu Hof wan-dernd, das zerbrochene Zinngeschirr der Bauern eingeschmolzen undneues Gerät daraus gegossen. Die zünftisch organisierten Zinngieẞerversuchten mit allen Mitteln die Eindringlinge abzuwehren, dennochsetzten sich diese Störer" mit ihrem Geschick und den ,, Dumping- Prei-sen" durch. Allmählich gelang es ihnen sogar, verwaiste Landwerkstät-ten zu erwerben und in Österreich, besonders in der Steiermark,seẞhaft zu werden. Die wandernden Zinngießer führten lediglich ihrWerkzeug, Kleinguẞformen und dünne Zinnplatten, mit sich. Dadurchwaren sie in der Lage, Löffel, aber auch Zinnpitschen und Schraubfla-schen herzustellen. Die mitgeführten Gußformen benötigten sie für dieSchraubverschlüsse der Flaschen. Nebenbei sei vermerkt, daß dieseWanderhandwerker aus dem Piemont als, cazza- Macher", d.h. Löffelma-cher bezeichnet wurden; aus diesem späterhin unverständlichen italieni-schen Wort entstand das Spott- und Schimpfwort Katzelmacher".Ein historischer Rück- und Überblick über die kunstgewerbliche Her-stellung von Zinngerät zeigt uns aus Funden in Savoyen und in derSchweiz, daß schon in prähistorischer Zeit kleine Schmuckstücke,Ringe und Fibeln aus Zinn gefertigt wurden; auch Intarsienarbeiten inVasen können belegt werden( Hesiod, Herodot, Homer). Auch alsWaffenschmuck fand Zinn zusammen mit Gold, Silber und Elfenbein-teilchen Verwendung. Plautus wiederum erwähnt feines Zinngeschirr,das bei Gastmählern verwendet wurde. Hippokrates hingegen emp-fiehlt die Verwendung von Zinn für medizinische Geräte und Instrumen-te und Plinius d. Ä. sowie Gallienus empfehlen das ,, weiße Blei" als dasgesündeste Metall ihrer Zeit. In England wurden bei AusgrabungenZinnobjekte aus der Römerzeit( 3.- 5. Jahrhundert) sichergestellt:Schüsseln, Teller, Schalen, Näpfe, Krüge, Kannen, Becher, Fußbe-cher, Kerzenleuchter und Löffel. In Rom selbst fand man Göttinnen undWeihegeschenke aus Zinn, ebenso Grabbeigaben wie Öllämpchen,Stühle, Kandelaber und Küchengeräte.

In der Folgezeit sind die Funde sehr unergiebig. Lediglich Zinn- undBleiampullen mit religiösen Darstellungen und anderes, vor allem Grab-funde, weisen die Verwendung von Zinngerät nach. Erst im 13. Jahr-hundert kommt die Verwendung von Zinn in verstärktem Maße wieder

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