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Fingerringe : eine Sonderausstellung aus den Beständen den Museums ; Katalog
Entstehung
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VIII. Ehren- und Jubiläumsringe

a) Ehrenringe

239 Ehrenring der Stadt Wien, Gold gegossen. Massiver Ring, Schiene undSchultern gespalten, mit aufgelöteten Blattornamenten( geschnitten und ge-trieben). Viereckige Platte mit emailliertem Wappen der Stadt Wien. Auf derPlattenunterseite ein Widmungsplättchen mit Gravur: Ehrenring der StadtWien", Titel, Name und Verleihungstag. Der Ring befindet sich in einer Scha-tulle, Deckel mit Stempelabdruck des Wappens. Leihgabe Stadt Wien

Die Verleihung des Ehrenringes der Stadt Wien wurde im Jahre1925 von Bürgermeister Karl Seitz verfügt, um den verdientenKommunalberichterstatter des Extrablattes, Ludwig Basch, zuehren. Am 20. 10. 1925 richtete Bürgermeister Seitz an den Jour-nalisten ein Anerkennungsschreiben, das mit folgenden Wortenschließt: ,, Ich möchte Ihnen zur Erinnerung an Ihr Wirken als Kom-munalberichterstatter im Wiener Rathause auch ein sichtbares Ge-denkzeichen übergeben und habe Auftrag gegeben, daß zu die-sem Zwecke ein Gedenkring angefertigt werde."( 1)

Mit dem Entwurf und der Herstellung wurde ein Juwelier beauf-tragt. Der Ring, der auf seiner Platte das Wappen der Stadt Wienin Brillanten und Rubinen trug, wurde in den darauffolgenden Jah-ren insbesondere an Persönlichkeiten verliehen, die auf große kul-turelle Leistungen hinweisen konnten. Im Jahre 1941 gab man demEhrenring der Stadt Wien eine neue bis heute gültige Form, die sei-ner eigentlichen Funktion als Auszeichnung besser entspricht( sie-he Kat.-Nr. 239)., Gleichzeitig mit der neuen Formgebung wurdedie Bindung des Ehrenringes an die Person verfügt, so daß er nachdem Ableben des Geehrten wieder an die Stadt Wien zurückfällt.Diese Bestimmung wurde deshalb aufgenommen, weil festgestelltwerden konnte, daß der Ehrenring der Stadt Wien Antiquitäten-händlern zum Kaufe angeboten wurde, wodurch das Ansehen die-ser Ehrung sehr herabgemindert wurde."

Der Ring wird mit einer Urkunde in Würdigung bedeutender Lei-stungen für Verdienste um das Land Wien verliehen. Nach Able-ben des Ehrenringträgers verbleiben nur die Urkunde und ein klei-nes goldenes Widmungsplättchen, das auf der Plattenunterseitedes Ringes befestigt ist, im Nachlaß des Verstorbenen. Bei weite-ren Verleihungen wird aus dem vorhandenen Bestand( zur Zeit dreiStück) ein Ring mit entsprechender Weite ausgewählt oder,

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