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Fingerringe : eine Sonderausstellung aus den Beständen den Museums ; Katalog
Entstehung
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II. Siegelringe

Das Siegel als Abdruck eines vertieft gravierten Stempels bildeteim Mittelalter einen wesentlichen Bestandteil des Rechtswesens.Erst das Siegel verlieh einer Urkunde Glaubwürdigkeit und öffentli-che Kraft. Hatten ursprünglich nur die Päpste, die geistlichen undweltlichen Fürsten das Siegelrecht, so dehnte sich die Berechti-gung allmählich auch auf den Bürger- und Bauernstand aus. Be-reits im 16. Jahrhundert benützten vermögende Bauern massiveSiegelringe aus Messing- oder Silberguß zur Abwicklung ihrer Ge-schäfte, daneben stellten Siegelringe aber auch immer Schmuckund Statussymbol dar. Siegelringe wurden wesentlicher Bestand-teil des Männerschmuckes. Bis zum Beginn des 20. Jahrhundertsdienten Siegelringe wie sie in der Ausstellung zu sehen sindden Bauern und Handwerkern zum Beglaubigen von Dokumenten,Briefen, Heirats-, Erbschafts- und Kaufverträgen. Die auf den Ring-platten eingravierten Siegelbilder zeigen eine Vielfalt von Darstel-lungen. Neben religiösen Motiven, von denen sich der TrägerSchutz erhoffte, finden sich Embleme, die über Beruf und Standdes Besitzers Aufschluß geben.

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Mit Einführung der gummierten Briefumschläge wurde der Siegel-ring seiner Funktion als Petschaft enthoben, behielt aber seineSchmuckfunktion bei.

a) Siegelringe mit religiösen Zeichen

49 Siegelring, Gelbguß. Glatte Schiene, leicht abgesetzte Schulter, viereckigePlatte mit einfacher Randleiste. Darstellung: Christusmonogramm IHS, Kreuzund die drei hl. Nägel.

Hundsheim, Niederösterreich, vermutlich 18. Jahrhundert.d= 21 mm

Inv.-Nr. 19681

50 Siegelring, Gelbguß. Glatte Schiene, stark abgesetzte Schultern, achteckigePlatte mit quergestellter Gravur. Darstellung: Christusmonogramm IHS,Kreuz und die drei hl. Nägel, Monogramm G H.

St. Margarethen, Burgenland, 18./19. Jahrhundert.

d= 20 mm

Inv.-Nr. 72731

Der Ring wurde vor einigen Jahren beim Hausbau in St. Margarethen gefunden.

51 Siegelring, Kupfer gegossen und versilbert. Konisch verlaufende Schiene,Schultern mit Akanthusblatt, achteckige Platte. Darstellung: Kreuz zwischenzwei Zweigen, Monogramm T A.

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Tirol, 1. Hälfte 19. Jahrhundert.d= 24 mm

Inv.-Nr. 43185