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Via sacra : das Wallfahrtsmuseum in Kleinmariazell
Entstehung
Seite
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183. Rosenkranz kreuz.

Messing, Korpus Christi eingeprägt, darunter Gnadenmutter von Maria ZellLeihgabe Niederösterreichisches Landesmuseum

3,3 X 2,1 cm

184. Wallfahrtsmünze Maria Zell, Gnadenbild.

Inschrift: ,, Magna Mater Austriae"

Rückseite: Basilika

Inschrift: Basilika Mariazell 1157-1957

Silber, rund, vergoldet

Leihgabe Dr. Grünn

3,3 X 3,3 cm

Inv.-Nr. 9132

Inv.-Nr. G 132

185. Reliquien behälter Heiligenkreuz", Heiligen- Kreuz- Partikel, inZierkreuz aus Perlmutterplättchen, umgeben von Perlen und zwei Korallen, Gold-fadenstickerei, roter Seidengrund.

Klosterarbeit, in Gelbmetallbehälter, verglast, oval mit Öse

Innen: Siegel von Heiligenkreuz

Leihgabe Dr. Grünn

Inv.-Nr. G 133

4 x 3 cm

RAUM III

Gnaden heiligtum Maria Zell

Dieser Raum ist der Volksfrömmigkeit am Gnadenort gewidmet. Über die Wall-fahrtsstraße, deren Geschichte, Funktion und Heiligkeit durch Bilder, Andachtsbilder,Gebete und Lieder vorgestellt wurde, sind wir nun beim Ziel der Pilgerfahrt angekom-men, am Gnadenort Maria Zell. Hier an diesem bedeutendsten Wallfahrtsort der öster-reichischen Donauländer 42 erwartet den gläubigen Pilger höchste Gemütsbewegung,Befreiung von Sünde und Leid, durch empfangene Gnade ein Gefühl des Glücks in dergewonnenen Zuversicht, das auf ihn zukommende Schicksal meistern zu können. Derfromme Mensch, der bittende und dankende, läßt seine Verbindlichkeit, den Ausdruckseines Glaubens in Werken der Kunst und der Volkskunst, die er als sichtbare Zeichenseines Opfers spendet, erkennen. Die sind in erster Linie aus dem allgemein mensch-lichen Verhalten des Gläubigen zu betrachten und in der Abhängigkeit von großen Vor-bildern hoher Kunst zu verstehen. 43

Der Glaube ist das zentralste Anliegen des Menschen. Leopold Schmidt sagt dar-über grundlegend: Volksglaube und Volksbrauch sind das Kernstück der Volkskulturund damit auch jeglicher Volkskunde. Denn alle Gebiete der Volkskultur sind in irgend-einer Form immer von Glaube und Brauch bestimmt und durchwirkt." 44

Die Wallfahrer entstammen allen Volksschichten, von den Vertretern des kaiser-lichen Hofes über Bürger und Bauern bis zu den letzten unfreien Grundholden. Siekamen aus den Städten, Märkten und Dörfern wie auch aus den ärmsten Hütten ent-legenster Berggräben. Alle diese gläubigen Menschen wenden sich in gleichem Vertrauender Gottheit zu, und alle sind überzeugt, daß sie Gott und den verehrten Heiligen an

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42 Dehio- Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Steiermark". Wien 1956, S. 176 f.43 L. Schmidt, Votivbilder aus Österreich. Katalog Wien 1959, S. 4, 5.

44 Derselbe, Volksglaube und Volksbrauch. S. 5.