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Via sacra : das Wallfahrtsmuseum in Kleinmariazell
Entstehung
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Seine größte Blüte erreichte das Kloster in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhun-derts, unter dem Abt Jakob Pach. 18 Er führte den Umbau der Kirche zur spätbarocken,prächtigen Basilika durch. Vor ihm und in seiner Zeit gehörten weitere Kapellen undKirchen zum Kloster, sie wurden von da aus betreut, es wurden neue geplant undgebaut. So unterstanden die Wallfahrtskirche St. Corona am Schöpfel wie auch dieWallfahrtskirche, die dem hl. Pankraz geweiht war, in Nöstach schon lange demKloster. Von 1729 bis 1745 aber erfolgte der Bau der Kirche auf dem Hafnerberg durchIldephons Managetta, Prälat von Kleinmariazell. 1764 wurde unter Abt Jakob Pachdie Kirche in Dornau, heute Thenneberg, errichtet und künstlerisch ausgestaltet.

Das Schicksalsjahr 1782 brachte die Aufhebung für das Kloster Mariazell in Öster-reich durch Kaiser Josef II. 19 Die Kirche und das Kloster kamen als Pfarrkirche unterdie Verwaltung des Stiftes Melk, 1795 übernahm das Stift Lilienfeld die Administra-tion. 1798 erfolgte die Übernahme durch die Staatsgüter- Direktion für den Religions-fond. 1825 wurden das Kloster und seine Güter versteigert und wechselten mehrmalsseine Besitzer, die es als Schloß bewohnten. 1940 wurde das Gebäude als Umsiedlungs-lager für Volksdeutsche aus Südosteuropa zur Verfügung gestellt. 1946 erfolgte dieBeschlagnahme durch die russische Besatzungsmacht. 20

Die Gebäude verfielen zusehends. Auch die alte Marienwallfahrt büßte seit derAufhebung des Klosters an Bedeutung erheblich ein. Verantwortungsbewußte Kräfte imLande Niederösterreich, in der Bundesverwaltung und der Diözese Wien veranlaßtenschließlich 1950 Restaurierungsarbeiten an der Kirche und bis 1969 auf Grund einervorausgegangenen eingehenden Untersuchung von Richard Kurt Donin die Freilegungder mittelalterlichen Mönchsräume. Unter der Leitung von Rupert Feuchtmüller in Ver-bindung mit dem Bundesdenkmalamt wurden die drei romanischen Portale ergänzt undwiederhergestellt, die schadhaften Bergl"-Fresken ausgebessert und die Kirche miteinem neuen Dach gesichert. Der romanische Kreuzgang des Klosters wurde freigelegtund die mittelalterliche Klosteranlage zugängig gemacht, doch dann verebbten dieBemühungen, die bis dahin große Geldmittel erfordert hatten. Die letzte Phase derRenovierung 1972/73 konnte durch private Initiative von Badener Bürgern 21 erreichtwerden. Die linke Kirchenwand im Altarraum war durch ein Unwetter nach denRestaurierungsarbeiten völlig zerstört. Sie wurde fachmännisch trockengelegt und inalter Schönheit wiederhergestellt. 22( Abb. 2)

Durch den derzeitigen Pfarrer von Kleinmariazell 28 erhielt das Klostergebäudenach und nach auch wieder eine Sicherung durch Glasfenster, Tore und Gitter. EinRaum wurde mit einem Fußboden aus Holz ausgestattet und moderne sanitäre Anlageneingebaut. Diese Bemühungen wurden 1974 für die Einrichtung eines Wallfahrtsmuseumsweitergeführt.( Abb. 3)

18 Jakob Pach, Abt von Kleinmariazell von 1752 bis 1782.

19 Vgl. Anm. 1 und 10. Die Mönche waren mit dem für sie zu sparsamen Abt Johannnicht zufrieden. Der Archivar und Sekretär des Abtes verklagte seinen geistlichen Vorgesetztenbei der weltlichen Behörde. Abt Johann ignorierte in dem Gefühl einer vermeintlichen Souverä-nität die von Josef II. als Landesfürst erlassenen Anordnungen. Daraufhin wurden die Bücherüberprüft und eine Untersuchung der herrschaftlichen Stiftskanzlei angeordnet. Einige Monatespäter erfolgte die Aufhebung. Die Geistlichen kamen in das Stift Melk.

20 Oberforstrat Dipl.- Ing. Leendert Smidt, letzter Patronatsherr von Kleinmariazell.21 Hochschulprofessor Dr. Alois Brusatti, Baden, machte es sich zur Aufgabe, demnunmehr restaurierten Klostergebäude Kleinmariazell wieder eine Funktion zu geben. Er gründeteeinen Verein ,, Freunde von Kleinmariazell", dessen Obmann er wurde, und bemühte sich um dieSicherstellung der Finanzierung des Museums.

22 Ausgeführt und gespendet von Dipl.- Ing. Walter Nemetz, Baden.

23 H. Kons.- Rat Johann Dollansky, Pfarrer von Hafnerberg und Kleinmariazell.

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