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sein, dem Steirischen Landesmuseum räumlich und organisatorisch ange-gliedertes steirisches Heimatwerk als„ Beratungs-, Vermittlungs- undVerkaufsstelle für Volkstracht und Volkskunst" 38 mit dem Ziel, dem bäu-erlichen Hausgewerbe Absatz und damit Arbeit zu verschaffen, konzipiertund so- nach dem Modell etwa des als Bergbauernhilfe verstandenenSchweizer Heimatwerkes- auch die wirtschaftliche und soziale Kompo-nente der Heimatwerk- Programmatik betont. 39 Doch neben diesem gleich-sam handfesten Aspekt einer wirtschaftlichen Hilfestellung spiegelt derHeimatwerk- Gedanke auch einige ideelle und ideologische Tendenzenjener Zeit, mit denen die damalige österreichische Volkskunde innigstverwoben war- wie sich am Beispiel des ersten Heimatwerk- Protagoni-sten zeigen läßt.
1924 bringt Geramb sein„ Deutsches Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum in Österreich" heraus,laut Untertitel„ ein Buch zur Kenntnis und zur Pflege guter Sitten undBräuche", wie sie„ in allen Kreisen unseres Volkes(...) völkische Pflicht( ist)". 40 Der Band erscheint im Verlag des Vereines„ Südmark", einesjener nationalen Schutzvereine, die in den achtziger Jahren des vorigenJahrhunderts, unter den Vorzeichen des sich radikalisierenden Nationali-tätenkonflikts in der Österreichisch- ungarischen Monarchie,„ zum Schutzdes Deutschtums in den Grenz- und Auslandsgebieten" gegründet worden42 Sie waren ideell dem Heimatschutz, also jener Bewegung ver-pflichtet, die- anfänglich vorrangig in der Landschafts- und Ortsbildpfle-
waren.
gen des damaligen Mitarbeiters Franz Taucher: Schattenreise. Von Landsleuten undanderen Menschen. Wien 1973, S. 151ff.
38 Viktor von Geramb(: Selbstdarstellung). In: Nikolaus Grass( Hg.): ÖsterreichischeGeschichtswissenschaft der Gegenwart in Selbstdarstellungen, II. Band(= Schlern-Schriften 69). Innsbruck 1951, S. 78- 92, hier S. 87.
39 Diese kam auch deutlich zum Tragen bei der im selben Jahr( in Zusammenarbeit mitdem Gewerbeförderungsinstitut, der Landwirtschaftskammer und dem Tiroler Bau-ernbund) in Tirol erfolgten Gründung einer Hausindustriegenossenschaft, die ab 1935als ,, Tiroler Heimatwerk" firmierte; Helmuth Huemer: Das Heimatwerk. Gemein-schaftsarbeit im Dienste der Volkskultur. In: Roland Floimair/ Harald Dengg( Hg.):Salzburger Landesfest 1990. 100 Jahre Brauchtumspflege Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumspflege. Salzburg 1990, S. 108-110; Helmuth Huemer: Die Heimatwerke in Österreich. In: 25 Jahre oberösterreichi-sches Heimatwerk. Linz 1977, S. 28- 33.
40 Viktor Geramb: Deutsches Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum in Österreich. Ein Buch zur Kenntnis und zurPflege guter Sitten und Bräuche. Graz 1924, S. 3.
41 2. Auflage 1926, 3. verb. Auflage unter dem Titel„ Sitte und Brauch in Österreich"Graz 1948; von letzterer ist noch rund vierzig Jahre später ein kommentarloser Reprinterschienen, Graz o.J.
42 Walter Klemm: 90 Jahre Schutzarbeit(= Eckart- Schriften, Heft 35). Wien 1970;Günther Berka: Geschichte deutschösterreichischer Schutzvereine. In: Die Südmark,2. Jg. 1921, S. 290- 296.