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Volkskunde : Institutionen in Österreich
Entstehung
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Volkskunde an österreichischen Universitäten

Von Olaf Bockhorn

Wer sich über die Geschichte der österreichischen Volkskunde im allge-meinen informieren will, wird immer noch mit Gewinn auf das 1951veröffentlichte Buch von Leopold Schmidt zurückgreifen. Über die uni-versitären Anfänge und Ansätze findet sich darin allerdings recht wenig,weil die Entwicklung der Volkskunde ganz wesentlich von außeruniver-sitären Institutionen und Personen bestimmt wurde. Bis zum Jahre 1848waren die Philosophischen Fakultäten im Gebiet der österreichisch- unga-rischen Monarchie nicht wie z.B. in Deutschland Stätten der Wissenschaft,sondern hatten in etwa die Funktion der beiden obersten Gymnasialklassenzu erfüllen. Erst durch die- als Folge der Revolution von 1848 ausgear-beitete Universitätsreform des Grafen Thun- Hohenstein kann von be-ginnender Wissenschaftlichkeit gesprochen werden. Um und bald nach1850 taucht im Lehrangebot erstmals ,, Volkskundliches" auf, und zwar imUmfeld von Germanistik und Slavistik, von Geographie und Sprachwis-senschaft sowie einer sich in deren Rahmen entwickelnden Ethnographie.Auf diese Vor- und Frühgeschichte der Volkskunde an österreichischenUniversitäten sei hier nicht weiter eingegangen; den geographisch- ethno-graphischen Interessen an Land und Leuten" standen die altertumskund-lich- mythologischen Tendenzen der Philologien gegenüber, wobei beideRichtungen die spätere universitäre Volkskunde in je nach Universitätsortunterschiedlichem Maße beeinflussen sollten. Universitäre Volkskunde"heißt anfänglich, daß volkskundliche Anliegen durch Personen und nichtdurch Institutionen vertreten wurden; letztere sind an den österreichischenUniversitäten, an denen heute das Fach, die Studienrichtung ,, Volkskunde( Ethnologia Europaea)"- so die offizielle Bezeichnung in den einschlä-gigen Studiengesetzen und-bestimmungen- studiert werden kann, erstim Verlauf des 20. Jahrhunderts eingerichtet worden. Im folgenden Über-blick sind daher sowohl die Personen als auch die Institutionen an den inFrage kommenden Universitäten Innsbruck, Graz und Wien in aller gebo-tenen Kürze abzuhandeln.

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Einer der Väter einer tirolischen Volkskunde ist der Germanist undGrimm- Schüler Ignaz von Zingerle( 1809- 1892), der ab 1859 die an derInnsbrucker Universität neu eingerichtete Lehrkanzel für deutsche Spra-che und Literatur innehatte und in der Grimm- Nachfolge die für die 2.Hälfte des 19. Jahrhunderts typischen germanistischen Vorlesungen überdeutsche Mythologie und Altertumskunde hielt. Als Initiator und Heraus-