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Volkskunde : Institutionen in Österreich
Entstehung
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in Berlin ins Leben gerufen hatte, sie beobachteten die Gründung einesEthnographischen Museums in Budapest und verfolgten die Tschecho- sla-wische Ausstellung in Prag, die für sie gewissermaßen zur Initialzündungwurde. Im Gegensatz zu diesen Museen, die ausschließlich einem natio-nalen Gedankengut verhaftet waren, strebten Michael Haberlandt undWilhelm Hein ein Museum an, in dem sämtliche Völker der Monarchie-mit Ausnahme Ungarns vertreten sein sollten. Ihre wissenschaftlicheZielsetzung formulierte Michael Haberlandt folgendermaßen: Wir be-kümmern uns aber nicht um die Nationalitäten selbst, sondern um ihrevolksthümliche, urwüchsige Grundlage. Um Erforschung und Darstellungder volksthümlichen Unterschicht ist es uns allein zu tun. Das eigentlicheVolk, dessen primitivem Glossar ::: zum Glossareintrag  primitivem Wirtschaftsbetrieb eine primitive Glossar ::: zum Glossareintrag  primitive Lebensfüh-rung, ein urwüchsiger Geisteszustand entspricht, wollen wir in seinenNaturformen erkennen, erklären und darstellen"( Haberlandt 1896). IhreAbsichten fanden auch in der Öffentlichkeit breites Echo, wie ein Beitragim Journal ,, Wiener Mode" des Jahres 1897 bezeugt:

,, Die bedeutendste Aufgabe, welche sich der vor zwei Jahren gegründeteVerein für österreichische Volkskunde stellte, war die Gründung einesMuseums für österreichische Volkskunde in Wien. Dieses Institut sollteder Mittelpunkt der österreichischen Ethnographie werden: Einer Wissen-schaft, die eigentlich erst im Entstehen begriffen ist und welche dieErforschung der volksthümlichen Sitten und Gebräuche bei allen Volks-stämmen der Monarchie zum Ziele hat. Ansätze zu volkskundlichenSammlungen sind vielfach und zuweilen auch schon in respektablemUmfang vorhanden. Jede Landeshauptstadt, auch manche kleine Provinz-stadt hat heutzutage ihr Museum, und jedes dieser Museen pflegt nebenmehr oder weniger schönen Gemälden und Skulpturen einheimischerKunstgenies, neben den historischen Denkmälern und Reliquien etc. aucheine Sammlung volkskundlicher Gegenstände zu besitzen: Costume derheimischen Bevölkerung, ihre Geräthschaften in Küche, Haus und Hof,ihre urwüchsigen Erzeugnisse im Gewerbe und in der Industrie und dergl.m. Aber alle diese Provinzialmuseen- das Joanneum in Graz, das Ferdi-nandeum in Innsbruck, das Franzensmuseum in Brünn u.v.a.- 1- beschrän-ken sich doch ganz auf ihre engere Heimat, sie pflegen tirolische, steiri-sche, böhmische Volkskunde. Das Wiener Museum aber sollte so recht imGeiste des österreichischen Staatsgedankens alle Völker und Stämme derMonarchie mit gleicher wissenschaftlicher Liebe umspannen und in derReichshauptstadt ein zusammenfassendes Bild derselben schaffen."( zit.n. Beitl 1985)

Es ist erstaunlich, mit welcher Energie dieses Ziel angestrebt wurde.Binnen Jahresfrist hatte man fast 6000 Objekte, mit denen man bereits

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