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schnittenen Orten. Der Grund des Verbotes ist durchsichtig. Man erkanntean den Darstellungen unkirchlichen, heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischen Geist, den man zu beseitigensuchte. Auch die Darstellungen des Teufels mit dreigesichtigem Kopfe sah mannicht gerne. Sie setzen eigentlich ein der Gottheit vom Anfange an gegenüber-stehendes dunkles, böses Prinzip voraus.
Oberösterreichisches Hohlglas mit Emailfarben-bemalung.
Von ALFRED WALCHER RITTER VON MOLTHEIN, Wien.
( Mit Tafel XVII und XVIII und 6 Textabbildungen.)
Die deutsche Malerei mit Emailfarben auf Hohlglas setzt um die Mitte des16. Jahrhundertes ein und erreicht im folgenden ihre Blütezeit. Böhmen undFranken sind es, welche zuerst bemalte Hohlgläser erzeugen. Im Fichtel-gebirge, dem geographischen Berührungspunkte dieser beiden Länder, arbeitenzahlreiche Glashütten und vermitteln den Austausch der Darstellungs- undOrnamentmotive sowie auch der Emailfarben. Es folgen Hessen und Thüringenim Westen, Sachsen und Brandenburg im Norden. Dagegen schien das Alpen-gebiet von einer Erzeugung emaillierter Hohlgläser ausgeschlossen gewesenzu sein. Als südlichster Ausläufer der Industrie galt bisher der.bayrische Waldmit seinen Glashütten im Tal der Ilz, in der Nähe der Stadt Passau. So hattedas waldreiche Oberösterreich bisher in der Kunstliteratur keinen Anteil an derGeschichte dieses kunstgewerblichen Zweiges.
Nun sind aber gerade in einem Gebiete, dessen Grenzen sich nahezu ge-nau mit jenen des Kronlandes decken, eine große Anzahl kleiner vierseitigerFläschchen mit Zinnschraubenverschluß und bemalt mit einzelnen Figuren inbunten Emailfarben aufgetreten. Die Herkunft dieser, als Branntweinflaschenbestimmten Hohlgefäße war lange rätselhaft; in letzter Zeit vermutete maneine Großindustrie in Südböhmen, doch fehlte auch hiefür der Nachweis eineshäufigen Vorkommens im Norden Oberösterreichs. Dagegen mehrten sich dieArgumente für eine heimische Erzeugung in überraschender Weise. Ich habediesem Gegenstand auf dem Wege lokaler Forschung meine Aufmerksamkeitgewidmet und für einzelne Bauernhäuser in entlegenen Seitentälern des Salz-kammergutes den Besitzstand von zwei bis drei derartigen Fläschchen nach-weisen können. Noch immer aber versagte jede lokale sowie archivalischeArbeit hinsichtlich des eigentlichen Erzeugungsortes.
Oberösterreich besaß Glashütten in Sonnenwald bei Glöckelberg im BezirkeAigen, in Freudenthal im Bezirke Kogel, weiters im Bezirke Frankenberg imsogenannten Platzl, in Weißenbach im Bezirke Mattighofen und schließlich inder Ortschaft Glashütten in der Pfarre Liebenau. Die letztgenannte soll etwa1700 entstanden sein und befand sich im Jahre 1823 im Besitze eines MatthiasGreisenecker. Älter noch als diese Hütte war die nach dem Eigentümer ge-nannte Pumbhütte oberhalb der Stadt Grein an der Donau. Sie ist auf VischersKarte eingezeichnet und stand 1690 noch im Besitze eines Glashüttenmeistersaus der Familie Pumb.