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Gruppen kann nur auf stilkritischer Basis erfolgen, von Mitteilungen überbestimmte Künstler und ihre Leistungen nehmen die zeitgenössischen Nach-richten gänzlich Abstand, soweit es sich nicht um Männer handelt, die in derhohen Kunst sich einen Platz errangen und die Tradition, die sich im Tale andie alten Artikel hätte knüpfen können, ist, soweit die Erkundigungen des Ver-fassers reichen, so gut wie gänzlich erloschen.
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Eins aber muß auffallen, wenn man die alten und die neuen Nachrichtenüber Gröden zusammenhält und dazu anden Häusern die Namen der noch heutetätigen Bildschnitzer liest; es ist die stän-dige Wiederkehr bestimmter Künstlerfami-lien, der Vinazzer, Demetz, Mahlknecht,Moroder usw., die schon vor mehr als einemJahrhundert Künstler und Bildhauer- oftvon internationalem Rufe waren und esbis auf den heutigen Tag geblieben sind.Gewiß wirkten hiezu auch äußere Umständemit; auch in den Zünften erbte sich dasGewerbe ja gern vom Vater auf den Sohn,hier stehen wir aber, wenn wir uns dieQualität der Leistungen vor Augen halten,zweifellos vor einem höchst interessantenPhänomen der Vererbung spezifischer, gei-stiger und zwar künstlerischer Anlagen, daseine Untersuchung vom familiengeschicht-lichen und rassenbiologischen Standpunktaus gewiß verlohnen würde.
Fig. 5. Steinmedaillon.
Signiert: Martin Vinaz( zer) 1730.
Angeborenes Talent, aber auch die rechtschaffene Verwaltung desselben,die Sittenstrenge und Sparsamkeit mit den besten Gütern des Leibes undLebens, die von den herumwandernden Grödnern und Grödnerinnen allezeitgerühmt werden, die Treue, welche sie der Heimat solchermaßen bewahrten,hat den Bewohnern des Tales diesen achtunggebietenden Platz in der Geschichteder Volkskunst eingetragen.
Uns bietet diese Tatsache bis zu einem gewissen Grade wenigstens dieGewähr, daß die Grödener zwar die Anregung zu ihren vielfältigen und reiz-vollen Arbeiten oft und immer wieder aus fremder Herren Länder schöpften,daß es aber wohl stets ein angestammter Bewohner des Tales, ein Vinazzer,Demetz oder ein anderer gewesen ist, der sie oft mit erstaunlichem Könnenin Schnitzwerk umsetzte und gegebenenfalls die Leistungen seiner Arbeits-genossen weit überragte. Aber da fast jedes Haus ein oder das andere Malein solches Talent barg, hielt man die Namen derselben gar nie fest; es liegtdies eben auch im Wesen einer Hausindustrie; auch heute weiß der Faẞ-maler in St. Ulrich, dem die Statuen frisch und unausgetrocknet von denSchnitzern ins Haus geliefert werden, nicht, wer eigentlich ihr Schöpfer ist,wie sich der Verfasser im Sommer 1913 mehrfach zu überzeugen Gelegenheit
hatte.