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17. und 18. Jahrhundert zu Faßmalern nach Gufidaun, Kastelruth, Villnöß oderauch Bozen und Brixen. Dank ihrem Handelsgeist blieben aber die Grödenerim Vertriebe ihrer Erzeugnisse durchaus selbständig und begründeten sogar
kleine und große Kommissions-häuser im Auslande, deren es zuAnfang des 19. Jahrhunderts schonetwa 350 gab, die über alle LänderEuropas, besonders Italien, Frank-reich, Spanien und Deutschlandverteilt waren¹; manche, die alsbescheidene Hausierer angefangenhatten, brachten es dank einer un-glaublichen Weltläufigkeit zu einemansehnlichen Reichtum. Der Wertder aus Gröden selbst ausgeführtenWaren soll schon damals etwa30.000 bis 50.000 Gulden betragenhaben. Die bedeutende Produktions-steigerung, welche sowohl dieSpielwarenerzeugung wie auch dieBildschnitzerei seit der Mitte des19. Jahrhunderts durch Einführungmechanischer Drehbänke für man-che Artikel, andererseits durch dieBegründung von Schulen und eineförmliche Monopolisierung der re-ligiösen Bildhauerei auf Gröden er-fuhren, haben die jährlich umge-setzte Summe auf etwa 1,000.000 Kerhöht. Die Produktion ist also nochimmer eine massenhafte, der Erwerbdes einzelnen infolge der Billigkeitder Artikel aber ein äußerst geringerund nur stillschweigend geduldeterHolzfrevel ermöglicht den Schnit-zern überhaupt einen Verdienst.Erst seit den Dreißigerjahren des 19. Jahrhunderts ergriffen angeblich auchdie benachbarten Täler Fassa, Enneberg und Villnöß die Spielwarenindustrie²,hauptsächlich Tierschnitzerei, die kirchliche Bildhauerei ist stets auf Grödenbeschränkt geblieben.
Fig. 4. Holzbüste, gefaßt und vergoldet.
Signiert M V 1725.
Gehen wir nun auf Künstler und Arbeiten selbst näher ein, so geht es unshier wie in so vielen anderen Fällen: die Zusammenfassung der Arbeiten zu
1 In Italien gab es deren allein 229 auf 69 Plätzen, in Spanien 28 auf 15 Plätzen, in Frankreich 13 auf4 Plätzen, in Deutschland 11, ferner solche in Holland, England, Polen, Rußland, Alexandrien, Amerika usw.Vergl. Steiner a. a. O. S. 32.
2 F. Moroder a. a. O. S. 66.