Heft 
59 (2024) 2
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59 2/2024 HIGHLIGHTS AUS DEM WENDEZEITPROGRAMM7Lobau LauschenHörerlebnisse einerumkämpften StadtwildnisBis So, 5.5.2024Die Lobau heute der Wiener Teil desNationalpark Donauauen hat eine wildeGeschichte, vielseitige Gegenwart undumkämpfte Zukunft: als Relikt einer vergan-genen Donaulandschaft war sie ehemaligeskaiserliches Jagdgebiet, Baugebiet desDonau-Oder-Kanals unter Zwangsarbeitin der NS-Zeit, Selbstversorger-Acker derKolonisten in der Heimat, Rückzugsort fürNaturliebhabende und Erholungsuchende,Aussteiger:innen und Outlaws aller Art.Und Ort der Proteste für den Erhalt dieservielfältigen städtischen Naturlandschaft,demDschungel Wiens, seit über50 ­Jahren.Die Ausstellung Lobau Lauschen isteinerseits eine Hommage an das ehema-lige Lobaumuseum und gibt andererseitsEinblicke und Höreindrücke in die Arbeitdes Künstlerinnen-Kollektivs Lobau ­ListeningComprehensions, das persönliche Geschich-ten, ökologische Perspektiven und poli-tische Auseinandersetzungen zur Lobau­akustisch sammelt. Liebeserklärungen andie Lobau Lobau Love Letters könnenvon Besucher:innen direkt in der Ausstellunggeschrieben oder eingesprochen werdenund erweitern damit die Sammlung.Kuratierung: Sophia Rut, Magdalena Puchberger,Christina Gruber, Julia GrillmayrInformation& Begleitprogramm:volkskundemuseum.at/lobau_lauschenWild Garden UtopiaBis So, 5.5.2024Die Ausstellung zeigt den öko-xenophobenAspekt des öffentlichen Diskurses über denJapanischen Staudenknöterich und seineUrsprünge durch Schlagzeilen in der Presse,hetzerische Kampagnen oder vermeintlichneutrale Gesetze. Wissenschaftliche Textewerden experimentellem dokumentarischenVideomaterial über die Tötung und Wieder-auferstehung der Pflanze gegenübergestellt.Wild Garden Utopia konzentriert sich aufverschiedene Interpretationen des Japa-nischen Staudenknöterichs, eine invasivePflanzenart, die sich schnell und unkontrol-lierbar vermehrt. Ursprünglich wurde nureine einzige weibliche Pflanze nach Europagebracht, die sich nicht durch Samen,sondern durch Rhizome vermehrte. Durchmenschliches Eingreifen breitete sich dasGewächs mit absichtlicher oder zufälligerAnpflanzung aus.Die Künstler:innen Kitti Gosztola undBence György Pálinkás verfassen in ihremProjekt eine Fabel, einemoralische Pflanz-engeschichte, über den JapanischenStaudenknöterich: er wird alsandersbezeichnet, anthropomorphisiert und krimi-nalisiert, zum Tode verurteilt. Er ist in Europavon der Ausrottung seiner Spezies bedroht,da Pflanzen keine Rechte haben.Ein Projekt von Kitti Gosztola und Bence György Pálinkás,produziert vom Volkskundemuseum Wien