4/2021
Schaufenster
Unterwegs mit dem Verein
Auf den Spuren von zwei Johannsin Bruck an der Leitha
Exkursion im August 2021
Wir starteten am Bahnhof der niederöster-reichischen Stadt Bruck an der Leitha, dergleichzeitig der Bahnhof der burgenländi-schen Gemeinde Bruckneudorf ist. Letzterewar erst Mitte des 19. Jahrhunderts alsVorstadt von Bruck an der Leitha auf damalsungarischem Gebiet gegründet worden. Aufdem kurzen Spazierweg Richtung Harrach-park, der sich an Schloss Prugg anschließt,wurde jene Brücke über die Leitha pas-siert, in deren Mitte man mit einem Fußin Niederösterreich und mit dem anderenim Burgenland steht, das 2021 seit genau100 Jahren zu Österreich gehört.
Das Schloss Prugg mit dem angren-zenden Harrachpark befindet sich seitdem 16. Jahrhundert bis heute im Besitzdes österreichisch- böhmischen Adelsge-schlechts Harrach. Bis auf einen kleinenTeil hat die Stadt Bruck den Park gepachtetund öffentlich zugänglich gemacht. Beieiner Führung mit dem LandschaftsplanerHelmut Lehner, der sich um die landschaft-liche Erhaltung des Parks kümmert, lerntenwir eine herausragende Sammlung seltenerGehölze kennen. Schon in der Barockzeitvon Johann Lucas von Hildebrandt im Rah-men des Schlossumbaus angelegt, wurdeder Park ab 1789 von Christoph Lübeckzu einem englischen Landschaftsgartenumgestaltet. Heute gehört er zu den etwa50 bedeutendsten Parkanlagen Österreichsund ist Teil des EU- Parknetzwerk- Projekts„ Die großen Gärten". Der Park beherbergtnicht nur seltene Pflanzen- und alte Baum-bestände, sondern bietet auch über fünfzigVogelarten einen Lebensraum.
Auf dem Weg zum Gasthof Harrachkel-ler bot sich ein prächtiger Blick auf dasSchloss Prugg und wir erinnerten dort andie jüngere Linie des Adelsgeschlechts, derauch der ehemalige Präsident des Ver-eins für Volkskunde Johann( Jan) Harrachangehörte. Das Schloss wurde mehrmalsumgebaut und präsentiert sich heute miteiner Fassade im Tudor- Stil. Im Inneren desGebäudes gibt es noch bauliche Überreste,die auf Johann Lukas von Hildebrandtzurückgehen.
Katharina Richter- Kovarik
Trauriger Abschied vonKlaus Gottschall
Mit großem Bedauern geben wir Nachrichtvom Tod des ehemaligen Museumsmitar-beiters Klaus Gottschall. Er verstarb am6. August 2021 im 80. Lebensjahr. KlausGottschall wurde am 15. Juli 1942 in Wiengeboren. Er studierte nebenberuflichVolkskunde und Politikwissenschaft ander Universität Wien und promovierte am31.1.1975 mit der Dissertation" Der Wandelim religiösen Leben Wiens während desJosephinismus". Am 1. September 1976 trater in den Bibliotheksdienst des Volkskunde-museums ein. Unter seiner Leitung wurde1989 die erste EDV- gestützte Bibliotheksda-tenbank eingeführt, in der er bis zu seinemPensionsantritt am 1. Dezember 2003 mehrals 18.000 Publikationen verzeichnete. KlausGottschall war Mitglied in der bibliographi-schen Arbeitsgemeinschaft und leitete dieArbeitsgemeinschaft für Bildstock- undFlurdenkmalforschung. Die Ernennung zumOberrat erfolgte am 1. Jänner 1988.
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