AUSSTELLUNGEN
14. Oktober 2016 bis 19. Februar 2017
Fremde im Visier- Fotoalben aus dem Zweiten Weltkrieg.
,, Pressefotomänner der Batterie" Frankreich Juni 1940; PrivatbesitzAnke Hübner, Oldenburg
Die Ausstellung präsentiert Fotoalben aus demPrivatbesitz ehemaliger Wehrmachtsoldaten.Sie hatten die Bilder oft selbst fotografiert undwährend oder auch kurz nach dem ZweitenWeltkrieg zu Alben zusammengestellt.
Im Jahr 1939 besaßen rund zehn Prozent allerDeutschen einen eigenen Fotoapparat. DerAufforderung des Propagandaministeriums, dieKamera auch im Krieg nicht ruhen zu lassen,folgten viele Soldaten bereitwillig. Neben denFeldpostbriefen sollten auch diese Knipserfotosden Zusammenhalt zwischen Front und Heimatstärken. Anordnung und Kommentare in denAlben verweisen auf die subjektiven Konstruk-tionen von Kriegserinnerungen. Sie machendeutlich, wie der Krieg gesehen wurde, nicht,wie er war.
Die Fotografien zeigen den direkten Blickdeutscher und österreichischer Soldaten auffremde Menschen, überfallene Landstricheund umkämpfte Kriegsschauplätze. Darge-stellt wurden aber auch Kulturdenkmäler in denbesetzten Ländern, ebenso wie der Alltag ander Front. Die Sichtweise auf das Fremde warhäufig durch die rassistische NS- Bildpropa-ganda geprägt. Dennoch zeichnen die privatenFotografien ein differenzierteres Bild vom Kriegals die Bilder der Propagandakompanien, diedie offizielle Sicht dominierten.
Die Soldaten tauschten ihre Fotos intensivuntereinander aus, sodass die Alben verschie-dene Wahrnehmungen des Krieges widerspie-geln. Hinter den zunächst harmlos wirkendenKnipserfotos scheinen Unsicherheit und Angst,aber auch Gewalt und Zerstörung durchKampfhandlungen auf.
November – Dezember 2016
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