Segeln am Neusiedler See ein Versuch,den Wind zu beherrschen
Veronika Plöckinger
,, Segeln ist die Fortbewegung eines Schiffes durch Windkraft. Gesegeltwird mit dem Segelfahrzeug, dies ist ein Fahrzeug, das seinen Antriebausschließlich durch Wind erhält.“
( Brockhaus/ Seen- und Flussverkehrsordnung)
Vom Transport- und Kriegsschiff zum Sportgerät
Erste Voraussetzung, den Wind einzufangen war die Aufstellung einesMastes zum Hissen eines Segels. Seine Aufstellung bedingte aller-dings eine stabile Standfläche, die viele Bootskonstruktionen wie zumBeispiel Fell- und Rindenboote oder der Einbaum nicht bieten konn-ten. Die ersten Segelschiffe waren höchstwahrscheinlich ägyptischeSchiffe, die auf dem Nil und längs der Küste zwischen dem Nildeltaund dem Libanon verkehrten. Die Schiffe der Antike hatten sowohlSegel als auch Ruder aufgrund der wenig ausgereiften Technik desSegelns. Es war nur möglich, dort hin zu gelangen, wohin der Windgerade blies ansonsten musste man sich des Ruders bedienen. Dieersten Segelboote befuhren auch nicht die offene See, sondern hieltensich stets in Küstennähe auf, damit die Seeleute eine Ortsbestimmungvornehmen konnten. Bei Dunkelheit unterbrachen sie die Reise undzogen das Schiff wenn möglich an Land. Erst die Phönizier hattenKenntnisse in Navigation und Segeltechnik, die es ihnen ermöglichte,mit den Schiffen weite Strecken zurückzulegen. Nur mit Hilfe derSegelschiffe war es den Griechen möglich, ihre Kolonien im gesamtenMittelmeer- und Schwarzmeerraum auszudehnen. Der im Vergleichzum Landhandel billigere Warentransport förderte eine neue Wirt-schaftsordnung mit vielfältigen Handelsbeziehungen zwischen Mutter-land und Kolonien. Kriegsflotten zur Absicherung dieser Handelsbe-ziehungen waren die logische Folge dieses Systems, das von denRömern übernommen und perfektioniert wurde.
Anders als im Mittelmeerraum waren die Schiffe Nordeuropas vor-ne wie hinten gleich geformt, aus Eichenholz gebaut und die Holztei-
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