WINDRÄDER – Störenfriede in derLandschaft oder saubere Ökostrom-produzenten?
Veronika Plöckinger
Parallel zur Verwendung von Windmühlen zum Getreidemahlenkamen Windräder mit Schöpfwerken auch zum Wassertransport zumEinsatz. Vor allem in den flachen Niederungen Hollands dienten sie zurEntwässerung, wo von 1500 bis 1650 die Ackerflächen durch den Ein-satz von Entwässerungsmühlen um 40 Prozent ausgedehnt werdenkonnten. Windmühlenflügel lieferten die Antriebskraft für hölzerneRäder, die ähnlich wie die traditionellen Wasserräder konstruiert warenund das Wasser schaufelweise von den Feldern ableiteten. Umgekehrtdienten Windräder mit einem angeschlossenen Tank zur Wasserspei-cherung und somit zu Bewässerung. Vor allem in Nordamerika ver-wendete man diese vielblättrigen, so genannten Western Mills ausStahlkonstruktionen, von denen etwa sechs Millionen Stück erzeugt
wurden.
Windrad zur Wasserversorgung des Schlosses und des Spitals, Kittsee um 1910, Ethnogra-phisches Museum Schloss Kittsee