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Wind - Mythos und Antriebskraft : Begleitpublikation zur Jahresausstellung ... von 9. April bis 1. November 2006, Ethnographisches Museum Schloss Kittsee
Entstehung
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ZUR EINLEITUNG: WIND IST...

Veronika Plöckinger

Wind ist bewegte Luft.

Wind entsteht durch die ungleichmäßige Erwärmung der Erde auf-grund der Sonneneinstrahlung: Kessel mit warmer und kalter Luft tref-fen aufeinander und bewirken dadurch eine Luftströmung. Diesebewegt sich von Hochdruckzone zu Tiefdruckzone und wird durchErdrotation nach rechts oder links abgeleitet.

Wind hat über 700 Namen.

Abgesehen von den international verwendeten Namen gibt es nochhunderte weitere regionale oder lokale Bezeichnungen für Winde. Ofthat die lokale Bezeichnung eines Windes aus einer bestimmten Rich-tung eine abwertende Konnotation( z. B. der untere Wind).Wind ist der, Atem Gottes".

In zahlreichen Schöpfungsmythen auf der ganzen Welt spielt der Windeine wichtige Rolle. Das hebräische Wort Ruach kann mit Geist, Atemoder Wind übersetzt werden. Im Alten Testament trägt Ruach 106 maldie Bedeutung Wind.

Wind ist unsichtbar und unbezähmbar.

Um vor Sturmdämonen, Riesen, Sturmhexen oder Windsbräutengeschützt zu sein, verfluchte man sie in früheren Zeiten mit Bannsprü-chen, versuchte sie zu bekämpfen oder zu besänftigen.

Wind ist lebensnotwendig.

Ohne Wind kein Transport von Wolken und damit kein Regen überdem Festland. Ohne Regen kein Süßwasser, keine Flüsse, kein Schnee,keine Pflanzen und auch kein Regenbogen...

Wind ist notwendig und nützlich.

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Wind transportiert Gerüche Düfte wie Gestank und kann dadurchauf Gefahr( Feuer) aufmerksam machen.

Wind vertreibt Luftschadstoffe- ohne Wind läge dichter gesundheits-schädlicher Smog über den Städten.

Wind kühlt- bei der Verdunstung von Wasser wird der Umgebung Ver-dunstungswärme entzogen, auch der Haut.

Wind trocknet- Wasserlacken, Wäsche an der Leine, Kukuruz in denTschardaken, das Laub der Pflanzen nach Regenfällen...

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