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Wind - Mythos und Antriebskraft : Begleitpublikation zur Jahresausstellung ... von 9. April bis 1. November 2006, Ethnographisches Museum Schloss Kittsee
Entstehung
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stellung des herrschaftlichen Baus mitsamt seines Schutzzeichens, dasüber drei Jahrhunderte lang anzeigen durfte, woher der Wind weht.

Windfahnen, Windräder und Wetterhähne vermochten jedem Hausauch eine persönliche Note zu verleihen, manchmal auch Auskunftüber den Stand oder die gesellschaftliche Stellung der darin Wohnen-den zu geben: So verrät ein Windrad mit Scherenschleifergruppe etwasvom bäuerlichen Spott auf fahrende Leute. Im Waldviertel, aus demdieses Objekt stammt, wurden die fahrenden Leute generalisierend als,, Schleifer" bezeichnet. Die an einem Galgen hängende kleinere Figurstellt gleichzeitig auch eine Warnung dar- ähnlich der an die Zigeu-ner Glossar ::: zum Glossareintrag ner, die nicht eingelassen werden durften.

Scherenschleifergruppe, ÖMV 61.430

Zumindest erinnert sei auch an den Wetterhahn als Symbol derWachsamkeit. Die Regelmäßigkeit, mit der das Krähen des Hahnesfrühere Generationen zum Beginn des Tagwerks mahnte, machte ihnauch als Windanzeiger populär. Wurde im europäischen Volksglaubenseinem Schrei eine dämonenabwehrende Wirkung zugewiesen, so gehtseine christliche Konnotation vor allem auf jene Bibelstelle im Evan-gelienbericht des Matthäus zurück, in der Christus seinem Jünger