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Holzkirchen in Böhmen, Mähren und der Slowakei
Entstehung
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MALEREI

Ein wichtiger Bestandteil fast jeder Holzkirche katholischoder protestantisch war die Bemalung der Decke, Wände undEmpore. Im soziologischen Sinn ist es gerade die Malerei, aber auchdie innere Ausstattung, welche diese Bauwerke mit ihren Benützern,dem Volk am Lande, am stärksten verbindet und uns die Hierarchieder Werte und das geistige Leben des damaligen Menschen zeigt. Esist auch das Interieur, das auf Konfessionsunterschiede, sozialeZugehörigkeit, finanzielle Lage, manchmal auch die Vorliebe desBauherren und der Gläubigen zur Holzkirche hinweist.

Bei den ältesten Kirchen des 15. Jhs. finden wir die häufigeAnwendung der Schablonenmalerei, die z. B. in der Braunauer Kir-che( Ostböhmen) auf der Altarraumdecke um das Jahr 1400 datiertwird( Abb. 19). Neben lateinischen, heute schon unlesbaren Inschrif-ten, wechseln sich stilisierte pflanzliche und geometrische Orna-mente, aber auch Hirsche, Hunde und heraldische Tiere in schwarz-weiß. Die jüngere Bemalung der Empore und Wände des Schiffesaus der Mitte des 15. Jhs., ist schon vitaler und färbiger( Abb. 20). Aufdem weißen Untergrund wechseln sich Arabesken von Weinranken,Kleeblättern und Palmetten in schwarz, braunrot oder grün. Ihnenähnlich sind die Schablonenmalereien der spätgotischen KirchenSchlesiens, Kleinpolens und waren auch auf unserem Gebiet häufi-ger zu finden. 51 Im 16. Jh. hat sich das Konzept des Interieurs bei denHolzkirchen zu einer Darstellung des himmlischen Paradieses ent-faltet 52 Die Bemalung mit pflanzlicher Ornamentik entsprach demNaturell des volkstümlichen Malers, aber auch dem des Kirchenbe-nützers und war ebenso in den bürgerlichen Interiers und in denSchlössern des 16. und 17. Jhs. beliebt. Viele der von Kriegen be-schädigten gotischen Steinkirchen am Land wurden im 17. Jh. an-statt des Kreuzgewölbes mit einer bemalten Decke, aber auch Em-poren, neu ausgestattet. Das künstlerische Niveau dieser Malereienist sehr unterschiedlich im Vergleich zu einer gewissen Uniformitätder Schablonenmalerei und reicht von volkstümlichen Äußerungeneines Autodidaktes bis zu professionellen. Hauptsächlich in dentraditionsreichen Gebieten des Holzbaues, wie Teschen und Mäh-ren, wo fast alle Kirchen im 16. und 17. Jh. reichlich ausgemalt

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