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Holzkirchen in Böhmen, Mähren und der Slowakei
Entstehung
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TYPOLOGIE

Die unterschiedliche Konfessionszugehörigkeit der Kirchenkommt bei der Typologie der Bauten zum Tragen. Als wichtigstesZeichen für die Typologisierung scheint die durch architektonischeDetails unterstütze Grundrißdisposition zu sein. Die Entwicklung derrömisch- katholischen und protestantischen Kirchen auf unseremGebiet verlief unter dem Einfluß westeuropäischer Stilkunst, die je-doch in der Provinz eigene Merkmale, z. B. das lange Beharren aneiner bestimmten Form aber auch das Ignorieren der Stilelemente,aufweist.

Beim überlieferten Material stehen wir häufig dem Typ desRechtecksaales( manchmal fast ein Viereck) mit einem angefügten,eingezogenen, rechteckigen oder polygonal geschlossenen Altar-raum gegenüber. Den Typ mit rechteckigem Abschluß des Presbyte-riums belegen für das frühe Mittelalter archäologische Funde vonHolzkirchen auf westeuropäischem Gebiet und war beim romani-schen Steinkirchenbau in Böhmen ebenso verbreitet.38 Der polygo-nale Abschluß des Presbyteriums kommt auf unserem Gebiet erstseit der Gotik häufiger vor und verbreitete sich in der Spätgotik auchin der Provinzarchitektur gewaltig( Abb. 7). Diese zwei Typen über-lebten in der sakralen Architektur noch lange- bis zum 18. Jh. Waswaren die Ursachen eines solchen Verharrens an dieser Form? EineRolle spielten die in der Volksarchitektur immer wichtigen prakti-schen Gründe, die hier mit der Technik des Blockbaues im Zusam-menhang stehen. Die rechteckig oder polygonal gestalteten Wändesind beim Blockbau am einfachsten durchzuführen. Der polygonaleAbschluß hatte noch den Vorteil, daß ein solcher Bau besser demheftigen Druck des Windes standhielt, als der mit geraden Wänden.In der Volksarchitektur z. B.baute man in einigen Gebieten auchpolygonal geschlossene Scheunen. 39 Der Typ des längsgerichtetenKirchenschiffes mit einem polygonal abgeschlossenen Altarraumhat sich ebenfalls in der Steinarchitektur bis in das 17. Jh. erhaltenund das nicht nur in der Provinz. Noch im Jahr 1611 wurde die Kircheder deutschen Protestanten in Prag- hl. Salvator- im traditionel-len gotischen Geist als dreischiffiger Hallenraum mit einem polygo-nal abgeschlossenen Presbyterium erbaut.

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