des 18. Jhs., manchmal auch früher, baute man besonders in Mäh-ren und Schlesien an der Westfront der Holzkirchen mächtige ba-rocke Glockentürme( Dolní Marklovice-1739), oft wurden sie zu-sätzlich der schon vorhandenen Kirche mit einem ursprunglicnselbständig stehenden Turm zugebaut( Gůty— 1563, Glockenturm17. Jh., Hrabová- 1564, Glockenturm 1781)( Abb. 8). Ikonographi-sche und schriftliche Quellen bringen den Beweis dafür, daß es hierschon seit gotischer Zeit auch den Kirchentyp mit Glockenturm ander Westfront gab.41
Der Barock bereicherte den Rechtecksaaltyp noch um ein Ele-ment- den Umgang. Er verleiht Kirchen mit einem Turm und hohenDächern eine statische Ausgeglichenheit und gliedert optisch deneinheitlichen Block. Die Funktion des Umganges ist viel mehr als nureine optische. Die Kirchenwände sind damit besser vor Witterungs-einflüssen geschützt und gleichzeitig ermöglicht der Umgang einergrößeren Anzahl von Gläubigen am Gottesdienst teilzunehmen.Manchmal wurde der Umgang bei Schlechtwetter auch für im Freienstattfindende Zeremonien( z. B. Prozessionen) verwendet. Der Um-gang verlief geschlossen oder offen um die ganze Kirche( Broumov,Gůty oder nur auf einer ihrer Seiten. Es kann nicht festgestellt werdenwo und wann der Umgang erstmals von der sakralen Architektur aufunserem Gebiet übernommen wurde. In unseren Ländern schon beider ,, Großmährischen“ Architektur des 9. Jhs. belegt, verbreitete ersich bei den Holzkirchen jedoch erst viel später etwa ab dem 17.Jh. Wir nehmen an, daß dieses Element durch die Renaissance,Bürger und Schloßarchitektur auf das Land vermittelt wurde. Sobaute man auch in den Städten holzreicher Gebiete Holzlauben.
Neben den länglichen Kirchen sind im überlieferten Materialebenso zentrale Bauten vertreten. Diese zweite Gruppe ist jedochnicht so umfangreich. Seltenes Beispiel eines längsgerichteten Zen-tralbaues, symmetrisch nach Längs- und Querachse, stellt dieBlockbaukirche in Loučná Hora( 1780) dar. Das Schiff hat einenquadratischen Grundriß mit abgeschrägten Kanten, zu dem an derOst- und Westseite polygonale Absiden- Altarraum und Orgelchor― angeschlossen sind. Zu diesen ergänzt zwei quadratische RäumeSakristei und Vorraum. So entsteht ein Grundriß mit dynamischerWandbewegung, die durch Mansardendächer noch verstärkt wird.
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