sen als gebaut. Für die volkstümliche Architektur haben die ver-schiedensten Bau- und Feuerschutzordnungen des KaiserlichenHofes in Wien, besonders in Böhmen und Mähren ebenfalls starkeAuswirkungen, 26 Als Folge der Theresianisch- Josephinischen Re-formen erhebt sich die Landbevölkerung sozial, wirtschaftlich undökonomisch, sodaß mit dem Holzbau in vielen Gegenden abge-rechnet wird. Nach dem Toleranzpatent( 1781) bauen nun auchdie Protestanten Mauerwerkkirchen. Nur ein paar Gemeindenblieben dem hölzernen Gotteshaus treu( Toleranzbethaus in VelkáLhota 1783). Daher ist das 19. Jh.( mit Ausnahme der Slowakei)als das holzfeindlichste im Sakralbau zu betrachten. Statt ihreHolzkirchen zu reparieren( manche befanden sich in einem sehrschlechten Zustand und waren für die wachsenden Gemeindenallzu klein) bauen sich die Dorfbewohner im Fortschrittsglaubenneue Mauerwerkkirchen. Sie entfremden sich nicht nur dem Sym-bol der Armut- dem Holz- sehr schnell, sondern werfen auchandere Symbole ihrer Lebensweise, z. B. Tracht und Bräucherasch ab, um sich der für Jahrhunderte nicht erreichbaren städti-schen Kultur und Lebensweise anzupassen, während die Stadt-menschen Volkskundler, Architekten und Intelektuelle- dieVolkskultur zu schätzen lernten.
Nachdem die offizielle Architektur sich in verschiedenenPseudostilen bewegte, versuchen einige letzlich ihre Inspirationaus der allmählich entdeckten Volksarchitektur und dem Holzbauzu schöpfen. 27 Zwei solche Bauten wurden auf Wunsch des Ol-mützers Kardinal Friedrich Landgrat von Fürstenberg erstellt. DiePläne der ersten Kirche im malerischen Tal des Flusses Bílá( Nordostmähren) hat der Architekt A. Kybasta im Stil norwegischerStabkirchen angefertigt und wurde in den Jahren 1873-74 ge-baut. Die Pläne zum Umbau der zweiten Kirche( aus dem Jahr1673, 1868-1870 umgebaut, 1887 ausgebrannt) in Neogotik lie-ferte der Wiener Architekt Lippert. Von der Volksarchitektur inspi-riert war der Umbau der Kirche auf dem Berg Radhošt im Jahr1926. Auch in der Slowakei entstanden noch in den 20- er und30- er Jahren ein paar Holzkirchen im traditionellen Geist, dann inden 50- er Jahren eine in Prag und eine in Rožnov pod Radhoštěm( Nordmähren) im heutigen Stil. Damit ist nun die Geschichte einerfast vergessenen Bautradition zu Ende, die ihren Kampf mit demFortschritt verloren hat.
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