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Hilf Himmel! : Götter und Heilige in China und Europa
Entstehung
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lung, weil er das Jahr über die Familie beobachtet und vor dem Mondneujahrdem Jadekaiser direkt über deren Betragen berichtet. Meistens hängt er alsaufgeklebter Holzschnitt über dem Herd und wird dann eine Woche vor demMondneujahrsfest unter Opfergaben feierlich durch Verbrennen in den Him-mel entlassen. Er ist eine pädagogische Figur, wie der heilige Nikolaus, von derer sich dadurch unterscheidet, dass er nicht nur über die Kinder, sondern auchüber die Erwachsenen wacht. So wie die Kinder im alpenländischen ÖsterreichFutter für die Zugtiere des Nikolaus bereitstellen, tun dies auch die jüngerenMitglieder chinesischer Familien auf dem Lande. Manchmal werden in Chinaauch getrocknete Bohnen aufs Dach geworfen, welche beim Herunterrieselnden Eindruck von klappernden Hufen erzeugen. Hat man sich in der Familiehinsichtlich des Berichtes des Herdgottes zu sorgen, wird ihm vor dem Ver-brennen etwas Süßes, zum Beispiel süßes Bohnenmus auf den Mundgeschmiert, auf dass seine Ausführungen beim Jadekaiser ebenfalls süßwären. Über die Entstehung des Gottes und seinen Platz im chinesischen Göt-terhimmel ist im Abschnitt 4 dieses Beitrages nachzulesen.

In den meisten bäuerlichen aber auch städtischen Heimen wird eine Statue derbuddhistischen Göttin" der Barmherzigkeit Guanyin anzutreffen sein. In derRegel mit Kerzenständern für die roten Opferkerzen, aber zumindest miteinem Gefäß für die Weihrauchstäbchen. Wie die abendländische Glossar ::: zum Glossareintrag  abendländische Madonnaist Guanyin Helferin in allen Nöten.

Guanyin ist eigentlich der mit dem Buddhismus aus Indien übernommenenAvalokiteshvara, der Bodhisattva der Barmherzigkeit und ist in den buddhisti-schen Grotten aus der Tang- Zeit von Dunhuang noch mit Schnurrbart zusehen. Es muss ein Bedürfnis der chinesischen Bevölkerung gewesen sein, dieGottheit" der Barmherzigkeit weiblich zu sehen, 50 was im Laufe der Zeit biszu einer ,, Geschlechtsumwandlung" geführt hat. Chün- fang erklärt dies inihrer großen Monographie über Guanyin mit dem Wechsel vom Matriarchatzum Patriarchat, der sich in China vollzogen hat. Im Volk sagt man, der Vatersei streng, die Mutter aber mitfühlend. 51

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Von einem Begleiter des historischen Buddha entwickelt sie sich zur zentralenFigur des volkstümlichen chinesischen Buddhismus, welche Sakyamuni anBedeutung sogar überragt. Hausaltäre mit Statuen Guanyins sind bereits fürdas Jahr 599 nachgewiesen. Mit der Zeit wandelte sich aber die Darstellungund enthielt seit der Mongolendynastie einen Typ der in schlichte Gewändergekleideten, weißen Guanyin", welche madonnenähnlich mit Kind dargestelltwird. Dies deshalb, weil eine wichtige Aufgabe Guanyins die des Gewährensvon Kindern und deren Schutz darstellt. Darüber hinaus ist sie Retterin vorKrankheiten, vor Drangsalierungen durch Behörden, vor Feuers- und Wasser-not, vor Räubern und allem anderen Ungemach, von dem im Laufe der Jahr-hunderte die chinesische Bevölkerung immer wieder heimgesucht worden ist.

Verehrung des Herdgottes, Bauernmalerei aus dem Kreis Xinji, Hebei

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