Himmelfahrt mit Huhn und Hund: die chinesischen Heiligen
Gerd Kaminski
Verschiedene Kategorien chinesischer Himmlischer- Versuch einerBegriffserklärung
Bei dieser Begrifferklärung kann es sich nur um einen Versuch handeln, denn,wie gleich zu zeigen sein wird, sind die Grenzen zwischen den einzelnen Kate-gorien schwimmend.
Wolfram Eberhard bietet in seinem Standardwerk ,, Lexikon chinesischer Sym-bole" für Götter, Geister und Heilige folgende Definitionen an:
" I
Geister und Gottheiten( shen) sind stets greifbare, konkrete Erscheinungen-ob es sich dabei um die Seelen toter Ahnen, um hilfreiche Schutzgeister vonFeld, Weg und Brücke( sog. Baum- und Steingottheiten), um die opferhei-schenden Flussgötter oder um Unsterbliche handelt. Nach chinesischer Vorstel-lung sind die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits durchlässiger als beiuns, Geister- und Gespensterglauben sind weiter entwickelt. Die wichtigsteUnterscheidung, die Chinesen machen, ist die zwischen shen als gutartigeGeister( einschließlich der toten Seelen direkter männlicher Vorfahren, dieGutes bewirken, solange sie selbst gut behandelt werden)- und den kui alsdie Seelen toter Nichtverwandten; die können zu einem selbst wie feindseligeGespenster sein, zu ihrer eigenen Familie aber durchaus hilfreiche Geister.Chinesische Heilige sind Männer oder Frauen, die übernatürliche Fähigkeitenerlangt haben und nach ihrem Tod zur Gottheit erklärt wurden. Es gibt hun-derte und aberhunderte von ihnen, im Gebirge K'un- lun oder auf den Inselndes Ostens sollen sie ein glückliches, nie endendes Leben führen; hienieden istihr Kult meist an einen bestimmten Ort gebunden. Das Wort hsien kanndurchaus auch einen lebenden Menschen meinen, der in irgendeiner Tätigkeitbesonderes Geschick beweist; man spricht von„ Weinheiligen",„ Schwertheili-gen" und sogar Freudenmädchen haben oft den Zusatz ,, Heilige" als Teil ihresBerufsnamens."
Brunhild Körner behilft sich in ihrem 1959 in Stockholm erschienenen Werk,, Die religiöse Welt der Bäuerin in Nordchina" mit den Ausdruck ,, Geisterwe-sen", der aber wiederum alle Arten von Himmlischen umfasst:,, Der Ausdruck shen, welcher in der Übersetzung gewöhnlich mit Gott wieder-gegeben wird, dient als Bezeichnung für Geist in konkreter und abstrakterBeziehung. Besondere Bezeichnungen für die verschiedenen Rangstufen dergöttlichen Wesen, Götter, Geister oder Genien kennt das Chinesische nicht.."Trotzdem versucht Körner eine Klassifizierung, bei der sie„, shen" als gutesPrinzip bezeichnet, welches in Göttern oder Genien wirksam sei. 2. Sei Shendie Totenseele, in der das Gute überwiege und die unsterblich geworden sei
-
5