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die sehr kompliziert gesteckte Frisur von oben nach unten durchge-schoben. Dies gab dann der Haube den entsprechenden festen Halt.Es waren meist doppelte, lange Silbernadeln, die oben in einemrunden, stachelig gekörnten Filigranknopf endeten.
Wieder ein wenig anders war es bei der Gold- bzw. Silberhaube, derVorläuferin der bereits genannten Riegelhaube. Die Goldhaube- die-ses den Kopf der Trägerin vollständig umfassende Prunkstück- wurdedurch zu Zierscheiben und Blüten geformte Nadeln mit Nadelköpfen inFiligranarbeit am Kopf gehalten, wenn diese Hauben nicht gebundenwerden konnten.
Besonders auffallende Haubennadeln verwendeten die Dalmatinerin-nen. Diese Nadeln mit Filigrankugeln, die bis zur Größe eines Eiesgefertigt werden konnten, wurden paarweise oder aber in Nadelgrup-pen auf den Käppchen getragen. Im Allgemeinen trugen die verheira-teten Frauen des Binnenlandes das Haar unter dem Kopftuch ver-steckt. Die Mädchen aber ließen es in ein oder zwei Zöpfen geflochtenüber den Rücken hinunterhängen. Im Küstenland hingegen trugenFrauen wie Mädchen das Haar in zwei Zöpfen geflochten, in welcheu.U. ein rotes, grünes oder schwarzes Band oder vom fremden Kopfgeschnittene Haarzöpfe eingeflochten wurden. Darauf legten sie dieZöpfe entweder oben am Scheitel zusammen oder verknüpften siehinten durch ein Band oder Haarnadeln miteinander.
Für den alpenländischen Bereich, wo ähnliche, kleinere Nadeln getra-gen wurden, war Schwäbisch Gmünd die Haupterzeugungsstätte.Dieser Ort wies eine jahrhundertealte Goldschmiedetradition auf; 1851waren 23%, 1877 bereits 72% der Filigranarbeiten aus SchwäbischGmünd. Hallein, aber auch Wien und andere Orte, wurden- bedingtdurch die Verordnungen Josef II in den 80er Jahren des 18. Jahrhun-derts- bedeutende Lieferanten dieser filigranen Zierstücke für dieösterreichischen Länder.
Haubennadel
Silber, Kupfer teilvergoldet, Filigran.
Lange Silbernadel aus Runddraht mit aufgelöteter Filigrankugel( Kup-fer vergoldet): 2 halbkugelig aufgetiefte Schlaufenrosetten aus Flach-draht mit zu Spiralen gearbeiteten kordierten Drähten als Blattfüllun-gen. Die Halbkugeln sind durch eine Zarge, bestehend aus einerwechselnden Folge von Flachdraht und kordiertem Draht, miteinanderverbunden, mit Granalien und runden, glatten Plättchen belötet. Be-krönung mit volutenartigem Aufsatz( wechselnde Folge von Flachdrahtund kordiertem Draht.
Dalmatien, um 1880.
h= 20,5 cm d= 4,3 cm
Inv.-Nr. 15.482
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