A. Vorwort
Mit der diesjährigen Ausstellung ,, Schmuck, filigrane Kunst aus Gold-und Silberfäden" will das Österreichische Museum für Volkskunde imRahmen der traditionellen Sonderausstellungen im SchloßmuseumGobelsburg eine„, Epitasis", einen Höhepunkt also im Ausstellungsge-schehen außerhalb des Sommerpalais Schönborn in der Laudongas-se in Wien erleben lassen. Nicht nur thematisch allerdings soll dieseEpitasis gesehen werden, sondern auch im persönlichen, menschli-chen Bezug auf die„, Hauptakteurin" in diesem Geschehen. GudrunHempel eröffnet mit dieser aus den metallischen Beständen desÖsterreichischen Museums für Volkskunde rekrutierten Objekten ihre20. Ausstellung. Auch das in Bezug auf die Ehejahre spricht manvon Porzellan- oder Dornenhochzeit(!)- mag eine erinnerungswürdi-ge Epitasis sein. Man möge auch nicht übersehen, daß es nicht daserste Mal wäre, wenn eine Ausstellung, die sich in Gobelsburg bewährthatte, in das altehrwürdige Palais Schönborn übernommen würde.Doch damit noch nicht genug. Vor knapp dreißig Jahren wohl erreichtedie Gedankenarbeit zum Konzept der wissenschaftlichen Sonder-ausstellung im Schloßmuseum Gobelsburg ihren Höhepunkt. Die da-maligen Protagonisten" Pater, später Abt und Prälat des StiftesZwettl, Bertrand Baumann und der 1981 verstorbene damalige Leiterdes Österreichischen Museums für Volkskunde, Univ.- Prof. Dr. Leo-pold Schmidt begründeten diese bis heute andauernde VerbindungVolkskundemuseum Wien und Schloßmuseum Gobelsburg. Wennauch die feierliche Eröffnung durch den damaligen Bundesminister Dr.Theodor Piffl- Percevic am 28. Mai 1966 und die erste Vereinsfahrtnach Gobelsburg( es war die 14. Studienfahrt des Vereines) am 25.Juni erfolgten, so darf doch auch jetzt schon und hier darauf hingewie-sen werden; denn zum Zustandekommen dieser Zusammenarbeitbedurfte es sehr eingehender und langwieriger Vorarbeiten. Gewisser-maßen der Schlußpunkt im Geschehen dieser Epitasis ist die Tatsa-che, daß das Österreichische Museum für Volkskunde seit Beginn desJahres 1995 unter neuer Leitung steht. Mit OR Dr. Franz Grieshoferhat das Museum einen( dzt. interimistischen) Leiter, der in der Nach-kriegszeit, in der wiedererstandenen Republik Österreich gelernt undspäterhin gelehrt hat. Mit viel Verständnis und Feingefühl hat er dieGeschicke der Ausstellungswerdung beobachtet. So möge beiden,Gudrun Hempel für die Ausstellung und Franz Grieshofer für Anregun-
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