wendet wurden. Mechanisierte Präge- und Stanzverfahren kamengegen Ende des 18. Jahrhunderts auf( Reallexikon zur deutschenKunstgeschichte).
Einen Einblick in eine der alten Zeit noch verhafteten Werkstätte umetwa 1920 mag folgender Bericht geben:„ Da es im ganzen LandSalzburg kein in der alten, schlichten Form bestehendes Silber-schmied- und Uhrmacher- Geschäft mehr gibt, sei jenes des altenMoser in Kuchl beschrieben, der bei Reitsamer in die Lehre gegangenwar: Kuchl war in den Zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts noch keinFremdenverkehrsort. Geldknappheit zwang zu größter Sparsamkeit inden Haushalten. Niemand dachte an riesige Auslagenfenster und fort-währende Erneuerungen von Geschäftseinrichtungen. Dieser Laden laginmitten des Ortes hinter einer Reihe kleiner, ebenerdiger Fenster; manbetrat ihn durch den Hausflur. Die Tür setzte eine Glocke in Bewegung,die auf den Eintretenden aufmerksam machte. Ein Kachelherd erwärmteden niedrigen, aber großen Raum. An den Wänden tickten einige schondamals altmodische, gebrauchte Holzuhren. Der Arbeitstisch stand beimFenster. Unter seiner ausgenommenen Rundung sah man das aufge-spannte Leder, das abspringende Teile aufzufangen hatte. Ein kleinerAmboẞ, ein Schraubstock und ein hölzernes Gestell mit Feilen undZangen standen in Griffnähe,- ebenso das fliegenumsummte Bierkrügl!Sowohl das behäbige Biedermeier- Sofa als auch der Herrgottswinkel mitPalmbuschen erweckten eher den Eindruck eines Wohnraumes als deneines Arbeits- und Geschäftsraumes. Während der Weihnachtszeit lagzwischen den vergitterten Fenstern Moos, auf dem kleine Krippenfiguren,Almhüttchen und Kühe aufgestellt waren. Dies war noch zu dieser Zeitallgemein üblich und erfreute vorübergehende Kinder. Niemand stürm-te das Geschäft und frug, ob es hier alten Trachtenschmuck zu kaufengäbe, obwohl er hier wahrlich noch schubladenweise lag. Der Türgegenüber befand sich an der Wand ein langer, höchst einfacherWeichholzkasten, dessen große Schubladen alle ein handbeschrifte-tes Täfelchen trugen, das den Inhalt anzeigte. In drei oder vier Reihenlas man da: Alte Uhren, Unechte Gehäuse, Kropfketten und Schließen,Gaderl, Bruch, Uhrgläser, Pfeifen( die meisten davon metallbeschla-gen), Knöpfe, Uhrersatzteile, Uhrketten( mit anhängenden Münzen),usw. Im Laden selbst lagen unzählige Schachteln und Schächtelchen,die meisten davon noch mit marmoriertem, biedermeierlichem Papierüberzogen. Sie alle quollen über von steinbesetzten„ Kranzln"( Roset-ten), wie sie auf die Kropfschließen aufgesetzt wurden, sowie jene
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