halb Salzburgs und darüber hinaus in Österreich konnte er mit 48Arbeitern beginnen. Der Bedarf an Kropfketten, Schwartennadeln,Knöpfen, Miederhaken, Broschen, Kreuzen mit Emaileinlagen, Rosen-kränzen und dem sogenannten ,, Röserlschmuck" aus Silberfilgran warenorm, gehörte dies doch alles brauchmäßig gebunden als nichtunbedeutender Bestandteil zur bürgerlichen und bäuerlichen Tracht.Ein Sohn Jakob Reitsamers, Peter Reitsamer, errichtete 1861 in derLinzergasse in Salzburg eine ebenfalls florierende Werkstätte. Mancheine Filigranarbeit, die Schwäbisch Gmünd zugesprochen wird, könn-te in Hallein oder Salzburg hergestellt worden sein.
In den größeren Städten Norddeutschlands wurde im 18. JahrhundertFiligran von zünftigen, in kleineren Orten von nichtzünftigen Goldschmie-den angefertigt. In den Dörfern arbeiteten Dorfhandwerker, die nebenbeiihre Landwirtschaft betrieben, als Filigranarbeiter. Da die Arbeiten geradeauch der Letztgenannten unterwertig in Bezug auf die Silberlegierungenwaren, sind deren Produkte ohne Stempelung( Punze und/ oder Meister-zeichen). Bei diesen einfachen Produkten bog der Meister die Hauptrah-men und besorgte das Löten. Billige Arbeitskräfte, wie etwa Kinder,Frauen oder Altgesellen besorgten die restliche Arbeit: Drahtziehen,Einsetzen, Einlöten der Schnörkel. Die Meister der Städte hingegenmußten sich teure Facharbeiter leisten. Aus diesem Grunde- durchEinspruch der Stadt- Meister- verfügte der Rat von Schwäbisch Gmünd,daẞ Filigranarbeiter nur mehr Ehefrauen und Töchter beschäftigen durf-ten, die später auch bei anderen Meistern gegen Jahreslohn eingestelltwerden könnten;„, fremde Mägde dürfen aber am Brette nicht tätig sein".Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Herstellen von Filigranabwertend als etwas heruntergekommene Heimarbeit" angesehen.Der Vertrieb von Filgran erfolgte in den größeren Städten über Agen-turen Hauptsitze waren etwa Augsburg, Nürnberg, Ulmin ganzEuropa. In kleineren Städten und auf dem Land wurde Filigran aufJahrmärkten oder durch Hausierer angeboten.
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Im Laufe der Zeit wußten findige Handwerker Filigran auch nachzuah-men; vor allem durch Drahtflechten oder außerordentlich feinen Guẞversuchte man den Filigraneffekt herzustellen. Bei den Gußverfahrenkannte man das Wachsausschmelz- und das Sandgußverfahren. DerGuß in Steinformen( Schiefer, später auch Marmor) war etwa beiZinn- Filigran üblich.
Andere, im Effekt sehr ähnliche Arbeiten waren die Preßblecharbeiten,wobei bronzene, später auch stählerne Stempel oder Matrizen ver-
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