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Schmuck : filigrane Kunst aus Gold- und Silberfäden ; Katalog zur Ausstellung
Entstehung
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Tripel und Scherwolle wurde ein gezogener Golddraht von der Stärkeder Eisenschale zu einem papierdünnen Flachdraht von der Breitezweier Messerklingen geschlagen, durch Glühen geschmeidig ge-macht und zu Ornamentteilen gebogen, die mit Tragant auf der Isolier-schicht aufgeklebt wurden. Verlöten der Drähte war zwar möglich, abernicht unbedingt erforderlich. Nach dem Füllen der Zellen mit gepulverter,gewaschener Glasmasse wurde die Schale bei sanftem Feuer ein erstesMal gebrannt. Nach einem zweiten, manchmal auch dritten Auftragen vonGlasmasse wurde die Schale erneut bei kräftigem Feuer gebrannt. Nachdem Brand ließ sich die Trinkschale leicht von der Eisenschale lösen.Abschließend wurde das Filigranemail mit Sandstein und Wasser ge-schliffen, dann mit einem Schilfrohr und Tripel poliert. Bei Verwendungvon Kordeldraht unterblieb das Schleifen und Polieren.

Vielfach wurde bei der Endfertigung von Filigranwerk auch ein Färben(!)vorgenommen. So verstand man sich darauf, auf Kupfer einen silber-nen Farbton oder auf Silber einen Goldton aufzufärben, etwa durch,, Weißfärben" oder den Gebrauch von, Glühwachsen".

Bis zum Spät- Mittelalter wurde Filigran ausschließlich von Goldschmie-den hergestellt. Im 15. Jahrhundert allerdings bedingte die fortschreitendeArbeitsteilung( durch die zunehmende Massenanfertigung) die Einfüh-rung eines ,, Filigranarbeiters"; er war aber nicht Alleinhersteller, sondernquasi Facharbeiter und für die Massenware zuständig. Im 16. Jahrhun-dert werden auf Filigran spezialisierte Goldschmiede unter anderem inBraunschweig, Venedig, Strassburg und Paris genannt. Im Verlaufe des17. Jahrhunderts waren die Filigranarbeiter bereits so weit verbreitet, daßman daran dachte, eine Meisterprüfung mit Anfertigung eines Meister-stückes für sie einzuführen. In Schwäbisch Gmünd wird 1695 erstmalsein Filigranarbeiter genannt. Ab etwa 1700 erreichte der Beruf desFiligranarbeiters bereits seine größte Verbreitung.

In den 40er und 80er Jahren des 18. Jahrhunderts veranlaẞte dieErhöhung der Zölle auf Gmündner Waren und später die von Joseph II.erlassenen Einfuhrverbote viele Filigranarbeiter, nach Wien, Bad Tölzund Miesbach abzuwandern. Einer jener Abwanderer war Jakob Reit-samer. Wahrscheinlich als Spätfolge der josephinischen Verordnun-gen zog der 1798 geborene Reitsamer im Jahre 1822 von SchwäbischGmünd nach Hallein. Dort gründete er eine Werkstatt für Gürtler-,Gold- und Silberarbeiten. Mit seinen in Schwäbisch Gmünd erworbe-nen guten Kenntnissen in Bezug auf das Herstellen von Silberfiligran-Schmuck und den offensichtlich besten Absatzmöglichkeiten inner-

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