Während der größte Teil der Schmuckstücke für deneinzelnen erworben wird und ihm verbleibt, d.h.individueller Besitz ist, gab es im Hochzeitsbrauch auchSchmuck als zeichenhaftes Gemeinschaftsgut. Brautkroneund Brautgürtel waren wesentliche Bestandteile der altenBrauttracht und als solche oft nicht persönliches Eigentum.Vielerorts wurden sie" als Gemeinbesitz in der Kircheaufbewahrt und für den Festanlaß ausgeliehen"( 37). DieErinnerung an die Toten findet ihren Ausdruck nicht nur inden Grabdenkmälern, sondern auch im gesellschaftlichenVerhalten, in der Kleidung und im Schmuck. Oft noch nachdem 2. Weltkrieg" wurde jedem einzelnen durch die örtlicheSitte vorgeschrieben, wie lange seine Trauerzeit zu dauernhatte. D.h. die Gemeinschaft, in welcher er lebte, gab ihm zuverstehen, welches Verhalten er nach einem Trauerfall füreine bestimmte Zeit zu zeigen hatte und welche Handlungener unterlassen mußte, wenn er nicht wollte, daß ihn Tadelund Verachtung seiner Mitmenschen trafen"( 38). Diesteigende Nachfrage nach Trauerartikeln hatte bereits um1827 auf der Tuchlauben in Wien zur Errichtung einer erstenTrauerwaren- Niederlage geführt, genannt" Zur Iris- Blume"von Alex. Toldt& Sohn. Im Warenverzeichnis des Geschäftesfanden sich neben Kleidung für tiefe Trauer und Halbtrauerauch Schmuckstücke aus Jais(= Jet), Hartgummi, Ebenholzusw., wie Broschen, Ohrgehänge, Ohrschrauben, Armbänder,Kämme, Hut- und Haarnadeln, Medaillons, Kreuze, Uhr-ketten, Krawattennadeln, Manschetten-, Brust- und Kragen-knöpfe( 39).
3. SOZIALE STELLUNG
Mit speziellen Schmuckstücken, mit Kronen und Diademen,Orden und Medaillen, Militär- und Vereinsabzeichen, mitSiegelringen, Amts-, Bürgermeister- und Schützenkettenwerden Macht und Rang, Gerichtsbarkeit, Gesellschaftsklasseund Ämterwürde kenntlich gemacht. Kaiser, Könige undAdelige führen das Kronensymbol, die Tiara ist neben demFischerring eine Insignie, die den Papst auszeichnet und nurihm zusteht.
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