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Schmuck aus den Beständen des Museums : Katalog
Entstehung
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4. KLEIDUNGSSCHMUCK

Im Mittelalter trug der Feudaladel Zierknöpfe und Schließenund in der Perücken- und Zopfzeit( 1650-1780) umfaßt deradelige Kleiderschmuck eine unübersehbare Anzahl vonBändern, Borten, Maschen, Spitzen, Quasten und Zierknöpfen( 21). Aus der Mitte des 18. Jahrhunderts sind uns von Kleidernwohlhabender Bauern, die sich über die Kleiderordnungenihrer Zeit hinwegsetzten, Gürtelschließen, Knöpfe, Schnallenund Hemdverschlüsse überliefert. Das unterdrückte Volkmußte sich allerdings zunächst noch mit einfachen Ver-schlußmechanismen, mit Bändern und Nesteln begnügen. Erstim letzten Drittel des 18. Jahrhunderts, als die" feudale"Sozialordnung allmählich ihre Grundlage verlor, dieLoslösung des Bauernstandes von der Herrschaft erfolgte unddie bürgerliche Gesellschaft sich konstituierte, spiegelte sichdies auch in der Kleidung und im Schmuck wieder( 22). DieZahl der Gold- und Silberschmiede wuchs um ein Vielfaches.Eine riesige Menge von Schnallen, Schließen und Knöpfen inSilberfiligran wurde auf den Märkten abgesetzt und fand vorallem bei Viehhändlern, Bauern, Handwerkern und Bürgernihre Abnehmer. Auch die ärmeren Leute wollten nun nichtmehr auf Schmuck verzichten. Ihre bescheidene finanzielleLage bedingte die Verarbeitung von Legierungen in nichtweniger kunstvollen Techniken. Das Gußverfahren und dasneu hinzukommende Preßverfahren erlaubten die erste

serienmäßige Herstellung.

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