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die, wie oft schon ihre Bezeichnung verrät, auf Pflege und Beratung imSinn von angewandter Volkskunde abzielen.
Und zuletzt gibt es auch noch Initiativen, die in überhaupt keine Schubladepassen, oder umgekehrt gesehen, die Merkmale aller drei genanntenKategorien( das heißt wissenschaftlicher Anspruch- alternative bis sub-versive Gesinnung- pflegend angewandte Tätigkeit) für sich in Anspruchnehmen( z.B. der Kulturverein Mölkerstiege, Wien).
Die Grenzen zwischen all diesen Vereinen und Gesellschaften sind formalwie inhaltlich zum Teil äußerst fließend. Es lassen sich schwer Kategorienbilden, sondern nur an einzelnen Beispielen die Intentionen und Schwer-punkte der Vereinstätigkeit exemplarisch zeigen. Ausgeklammert bleibenin dieser Darstellung die fachverwandten Vereine, die diversen Vereine fürLandeskunde der Bundesländer, die diversen Geschichtsvereine, obgleichsie zum Teil ähnlich strukturiert sind und ähnliche Interessensschwer-punkte haben. Auch auf die vielen Museumsvereine, von denen es mehrereHundert im ganzen Bundesgebiet gibt, von denen manche zwar sehr aktivsind, die meisten aber nur als Rechtsträger für öffentlichen Subventions-empfang dienen, soll hier nicht näher eingegangen werden. Genausobleiben die zahlreichen Pflegevereine in dieser Darstellung unberücksich-tigt.
Vorgestellt werden hingegen die wichtigsten Gesellschaften mit wissen-schaftlichem Anspruch, die durch eine längere Zeitspanne hindurch Vita-lität bewiesen haben, oder auch solche neueren Ursprungs, auf derenAktivitäten man gespannt sein darf. Den Reigen eröffnet die älteste undwichtigste volkskundliche Gesellschaft in Österreich, der Verein fürVolkskunde in Wien.
,, In allen Kulturstaaten begann sich damals( Anm. M. S.: in den letztenJahrzehnten des 19. Jahrhunderts) in der gebildeten Welt das lebhaftesteInteresse für Heimatforschung und Volkskunde zu regen, überall entstan-den Vereine und Zeitschriften für Volkskunde", erklärte Michael Haber-landt bei der 25jährigen Bestandsfeier des Vereins 1919. In der Tatvervielfältigt sich in diesem Zeitraum„ diese vom Zeitgeist gefordertekulturelle und wissenschaftliche Aufgabe". Ich nenne als ein Beispielunter vielen den Verein des Museums für Volkstrachten und Erzeugnissedes Hausgewerbes in Berlin( 1891), eine Gründung des Schlesiers KarlWeinhold, weil er aus den gleichen anthropologisch- ethnographischenWurzeln wie der Wiener Verein erwuchs, und als unmittelbares Vorbildfür diesen Pate stand. Man befand sich damit in zeitgleicher Übereinstim-
3 Michael Haberlandt, 25 Jahre Verein und Museum für österreichische Volkskunde( 1894 1919). In: Wiener Zeitschrift für Volkskunde XXVI/ 1920, S. 9.
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