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Volkskunde : Institutionen in Österreich
Entstehung
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und des Hausfleißes zu erwerben, einerseits, um deren hohe Qualität zudemonstrieren, andererseits, um sie vor dem Antiquitätenhandel und vordem Abverkauf zu sichern.

Wie Josef Ringler in einem Rückblick berichtet, war dem Tiroler Gewer-bemuseum allerdings keine kontinuierliche Entwicklung beschieden. Esgelang nämlich zunächst nicht, für die reichen und wertvollen Beständeeine dauernde museale Präsentation zu finden. Erst als man die Sammlun-gen 1926 dem Land Tirol mit der Verpflichtung zur Errichtung eineseigenen Museums übergab, konnte eine neue Lösung angestrebt werden.Bekanntlich führten diese Bestrebungen zum Entstehen eines selbständi-gen Volkskundemuseums, das am 15. Mai 1929 im Theresianum nebender Hofkirche als Tiroler Volkskunstmuseum" eröffnet wurde( Ringler1962).

b) ,, Culturhistorisches und Kunstgewerbe- Museum" in Graz

Ähnlich wie in Tirol verläuft die Entwicklung in der Steiermark. Währendin Innsbruck aber aus dem Gewerbemuseum ein selbständiges Volkskunst-museum entsteht, münden die gleichlaufenden Bestrebungen in Graz imJoanneum. Auch in Graz gab es beim Verein zur Förderung der Kunst-industrie und beim Steirischen Gewerbeverein Pläne zur Errichtung einesKunstgewerbemuseums. Dieses Museum sollte für die von beiden Verei-nen getragene Gewerbeschule die nötigen Vorbilder zur Verfügung stellen.1874 kam nun ein Mann an diese Schule, der für die weitere Museums-entwicklung in Graz von entscheidender Bedeutung werden sollte, näm-lich Karl Lacher( 1850-1908).

Karl Lacher, in der Nähe von Nürnberg geboren, hatte in der dortigenKunstgewerbeschule eine umfassende künstlerische Ausbildung erfahren.Nach Graz wurde er, erst vierundzwanzigjährig, als Leiter der Modellier-klasse berufen, in deren Rahmen er eine rege Tätigkeit entfaltete. So bliebes nicht aus, daß er sich auch in den Dienst des geplanten Gewerbemu-seums stellte und anfing, wertvolle kunst- und kulturgeschichtliche Ob-jekte aus der ganzen Steiermark zu erwerben. Ziel der Sammlung, die 1883der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnte, sollte es sein, denBedürfnissen der Staatsgewerbeschule und des heimischen Kunstgewer-bes zu dienen.

Diese erfolgreiche Tätigkeit Karl Lachers fällt nun mit den Bestrebungenum eine Reorganisation des Joanneums zusammen. Wie bereits erwähnt,lag der Schwerpunkt des Joanneums nämlich auf der Wissensvermittlung.Das führte dazu, daß die technikgeschichtlichen und naturkundlichen