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für die Jakob von Falke erstmals 1876 den Begriff„ Volkskunst" verwen-dete( Deneke 1964).
Neben vielen kleineren lokalen Ausstellungen brachte die im Rahmen derAllgemeinen Land- und Forstwirtschaftlichen Ausstellung in Wien 1890zusammengestellte Abteilung über die Österreichische Hausindustrieneuerlich einen größeren Überblick, der in dem von Wilhelm Exnerredigierten Katalog auch literarisch dokumentiert wurde. Diese Ausstel-lung scheint jedenfalls für den Kustos am Museum für angewandte Kunstund nachmaligen Universitätsprofessor für Kunstgeschichte, Alois Riegl( 1858-1905), der Anstoß gewesen zu sein, sich erstmals theoretisch inseiner 1894 erschienenen Schrift ,, Volkskunst. Hausfleiß und Hausindu-strie"( Berlin 1894) mit dem Phänomen der traditionellen Produktionsfor-men in nichtindustrialisierten Gebieten der Monarchie auseinanderzuset-zen. Alois Riegl markiert somit jenen Wendepunkt, von dem ab nun inWien die Bestrebungen der Volkskunde in ein eigenes zentrales Volkskun-demuseum münden. Hier sei an die 1905 im Museum für Kunst undIndustrie durchgeführte Ausstellung über„ Die Österreichische Hausindu-strie" erinnert, die der Gründer des Volkskundemuseums, Michael Haber-landt, zum großen Teil schon mit Beständen aus seinem neuen Museumbestreiten konnte.
Kunstgewerbemuseen in den Bundesländern
a) Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck
Die künstlerische Förderung der Industrie und des Gewerbes durch einKunstgewerbemuseum bleibt in Österreich aber nicht nur auf Wien be-schränkt, sondern erfaßt auch die Bundesländer. In Innsbruck entstehtanläßlich des Regierungsjubiläums 1888 der Plan zur Gründung einesTiroler Gewerbemuseums. Nach dem Vorbild des Bayerischen Gewerbe-vereins in Nürnberg übernimmt in Tirol ebenfalls der lokale Gewerbever-ein die Initiative. Als Motor des Unternehmens erweist sich dabei derHandelskammersekretär Anton Kofler( 1855-1943), der mit der Schaf-fung mustergültiger Vorbildersammlungen den Gefahren des Maschinen-zeitalters für Handwerk und Gewerbe entgegenwirken wollte. Die Sam-meltätigkeit erstreckt sich zunächst auf die Erwerbung rezenter Erzeug-nisse der heimischen Produktion, wie etwa Vorarlberger Bauerntöpfereien,Schwazer Majoliken, Proben der Tiroler Glasmalerei- und Mosaikanstalt,Sterzinger Marmorarbeiten, Vorarlberger Textilien, Wirkwaren u.a. Baldging man aber dazu über, auch historische Beispiele des Kunstgewerbes