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loge Rudolf Eitelberger von Edelberg( 1817- 1885) in seiner Reform-schrift zur Erneuerung des Kunstunterrichtes diese Ideen auf. Er sprachdarin die Überzeugung aus, daß auch in Österreich mit Hilfe einer musea-len Institution ähnlich jener des South- Kensington Museums eine Verbes-serung des Kunstgeschmackes erzielt werden könnte. Er erhielt daraufhinvom damaligen Ministerpräsidenten Erzherzog Rainer den Auftrag, einentsprechendes Konzept für die Errichtung eines Museums zu erarbeiten.Der Kaiser genehmigte 1863 diesen Plan, sodaẞ unverzüglich an dieRealisierung eines Museums für Kunst und Industrie geschritten werdenkonnte. Bereits im folgenden Jahr konnte Eitelberger mit einer erstenKollektion in die Öffentlichkeit treten. Mit dieser vor allem aus demMittelalter und der Renaissance stammenden und vorwiegend nach Ma-terialien geordneten Sammlung, die zunächst im Ballhaus untergebrachtwar, sollte dem allgemeinen Bedürfnis nach Kunstanschauung entspro-chen werden. Die Objekte sollten als Vorlagen für Gewerbe und Industrie,aber auch für Architekten und Künstler dienen. 1867 wurde dem Museumeine Schule(= Hochschule für angewandte Kunst) angegliedert, und imJahr 1868 mit dem Bau eines repräsentativen Gebäudes für beide Institu-tionen begonnen, wofür der Architekt Heinrich von Ferst die Pläneerstellte( Mrazek 1973).
Dem Museum und seiner Schule, die als eine universelle Kunstgewerbli-che Akademie organisiert waren, gelang es, daß im Zusammenwirken vonKünstlern, Architekten, Designern einerseits und von Industrie und Ge-werbe andererseits innerhalb kürzester Zeit hochwertige und stilvolleProdukte erzeugt wurden, mit denen Österreich international Aufsehenerringen konnte. In dem Bemühen um eine eigenständige Kunstrichtungpropagierte man einen dekorativen Stil, der sich stark an renaissancezeit-liche Ornamente anlehnte und der im Sinne eines Gesamtkunstwerkes alleBereiche des Lebens umfaßẞte.
Unter der Federführung von Rudolf Eitelberger und unter Mitwirkenseines Kustos Jakob von Falke( 1825-1897) verwirklichte man 1873 denPlan einer Weltausstellung in Wien, um vor aller Welt den wirtschaftlichenund künstlerischen Aufschwung in der Monarchie zu demonstrieren.Diese Wiener Weltausstellung wird auch zu einem wichtigen Marksteinfür die Entwicklung der Volkskunde in Österreich. Abgesehen von derErrichtung eines ethnographischen Dorfes, das allgemein als Vorläufer derspäteren Freilichtmuseen angesehen wird, wurden in einer eigenen Abtei-lung die Produkte der nationalen Hausindustrie gezeigt. Jakob von Falke,der spätere Direktor des heutigen Museums für angewandte Kunst, hattedazu ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet. Diese Ausstellung be-wirkte, daß man sich nun verstärkt den ländlichen Erzeugnissen zuwandte,