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Volkskunde : Institutionen in Österreich
Entstehung
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schichte zu nennen, Franz Joseph Weizenegger( 1784- 1823), der denAnstoß zum Sammeln von Altertümern, aber auch von Volksliedern, gab.Zunächst kamen die Dokumente freilich nach Innsbruck, ehe man dannden eigenen Museums- Verein gründete, um den Abgang wertvoller Archi-valien zu verhindern und um die Eigenständigkeitsbestrebungen zu unter-streichen( Vonbank 1975; Matt 1992).

Neben dem Joanneum, das dem Geist der Aufklärung entspringt, bildensomit für die übrigen Landesmuseen Geschichts- oder Museumsvereinedas Sammelbecken für das neue Interesse an der Landesgeschichte und anden Traditionsströmen der eigenen Kultur, die man nicht nur in denKunstwerken sondern auch im Überlieferungsgut des Volkes" zu erfas-sen suchte. So ist es zu verstehen, daß im Umkreis der Museen auchSammlungen von Volksliedern, Tänzen, Sagen, aber auch Dokumentatio-nen zur Tracht und zur Wohnkultur entstehen. Die sich aus der oberenGesellschaftsschicht rekrutierenden Mitglieder schaffen die organisatori-sche und finanzielle Grundlage für die rasch anwachsenden Sammlungenund die umfangreiche publizistische Tätigkeit. Die Wertschätzung derMuseen durch das Bürgertum drückt sich gegen Ende des Jahrhunderts ineiner Reihe neuer repräsentativer Museumsbauten aus: 1845 Ferdinan-deum in Innsbruck, 1884 Rudolfinum in Klagenfurt, 1895 FranciscoCarolinum in Linz, 1895 Joanneum in Graz.

In der weiteren Folge werden die meisten Museen von den Ländernübernommen und die Vereine nebenher als Fördervereine geführt. Auchin den übrigen Bundesländern entstehen eigene Landesmuseen:1911 Niederösterreichisches Landesmuseum( Weninger 1977)1925 Burgenländisches Landesmuseum( Schmid 1984)

1954 Historisches Museum der Stadt Wien( Waissenberger 1975).

Die Kunstgewerbemuseen: Volkskunst und Hausindustrie

Für die Entwicklung des Museumswesens und damit auch für die Volks-kunde wird ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ein neuer Museumstypwichtig: das Kunstgewerbemuseum.

Bekanntlich entsteht das erste derartige Museum im Anschluß an die ersteWeltausstellung in London im Jahr 1851, das South- Kensington Museum( heute Victoria and Albert Museum). Als theoretische Grundlage dafürkann die berühmte Schrift Gottfried Sempers( 1809- 1897) über Indu-strie, Wissenschaft und Kunst"( 1852) angesehen werden, in der er eineHumanisierung der Industrie und eine Hebung des Geschmacks durch dieKunst forderte. In Österreich griff der Kunsthistoriker und Kunstarchäo-