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Museen der Romantik: Geschichts- und Museumsvereine
a) Tiroler Landesmuseum
Wie bereits erwähnt, wollte Erzherzog Johann sein der Bildungsidee derAufklärung verpflichtetes Museum zunächst in Tirol verwirklichen, dochkam es wegen der Abtretung Tirols an Bayern nicht dazu. Erst nach derRückkehr Tirols zu Österreich wurde der Museumsgedanke neuerlichaufgegriffen und zwar von dem aus Böhmen stammenden damaligenLandesgouverneur Karl Graf von Chotek. In Böhmen war 1822 mit der,, Gesellschaft des vaterländischen Museums in Böhmen“ der ersteMusealverein im Kaiserstaate gegründet worden. Nach diesem Vorbildkonstituierte nun Chotek zusammen mit dem Gerichtspräsidenten Andreasvon Dipauli ebenfalls einen Museumsverein als Organisationsbasis für ein,, Tirolisches Nationalmuseum", das 1823 vom Kaiser bewilligt wurde undfür das der Thronfolger Ferdinand das Protektorat übernahm. Neben einernaturkundlichen Abteilung sollte das Museum eine„ artistische“, einehistorische und eine statistische Abteilung enthalten, also eine deutlicheAkzentsetzung in Richtung Kunst und zu den Altertümern des Landes( Egg 1975; Schlorhaufer 1992).
b) Oberösterreichisches Landesmuseum
Im Umkreis der oberösterreichischen Stifte St. Florian und Kremsmünsterwurde auch in Linz die Gründung eines Geschichtsvereins angestrebt, derüber Anregung von Landeshauptmann Ugarte zu einem Museumsvereinerweitert und unter der Bezeichnung„ Verein des vaterländischen Mu-seums für Österreich ob der Enns mit Inbegriff des Herzogthums Salz-burg" am 19. November 1833 bewilligt wurde( Zibermayer 1933). Seinspiritus rector war Anton Ritter von Spaun( 1790- 1849), ein durch unddurch von der Romantik beseelter Mensch, der zum Schubert- Kreis ge-hörte und dessen Haus zum Mittelpunkt des geistigen und künstlerischenLebens von Linz zählte( Angsüßer 1933). Ritter von Spaun, der denSpuren des Nibelungenliedes nachging, wird zu einem unmittelbarenVertreter unseres Faches. Er veröffentlichte nämlich 1843 eine SammlungÖsterreichischer Volksweisen, um das Leben längst entschwundener Jahr-tausende zur Anschauung zu bringen( Depiny 1933).