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Während die dynastischen Sammlungen aber weiterhin das Kunstver-ständnis bzw. das naturkundliche Interesse, die Abenteuerlust und Ent-deckungsfreude des Herrscherhauses unter Beweis zu stellen hatten, ver-folgen die neuen Museen neue Ziele. Ihren Initiatoren geht es zum einenum die Beförderung des Gemeinwohls, zum anderen um eine Besinnungauf das nationale Erbe.
Museen der Aufklärung: Polytechnikum und Statistik
a) Joanneum in Graz
Hier ist zunächst das Joanneum in Graz zu nennen. Das 1811 errichteteMuseum verkörpert einen völlig neuen Typus, der ganz den Intentionenseines Gründers, Erzherzog Johann( 1782- 1859), entspringt. Es solltezur„ Geistesbildung der Steyermärkischen Jugend, zur Erweiterung derKenntnisse, zur Belebung des Fleißes und der Industrie der BewohnerSteiermarks" beitragen. Der vielfach Enttäuschte, von Politik und öffent-lichen Aufgaben Ferngehaltene, verwirklichte mit dem Museum in Grazseine aufgeschlossenen Ideen zum Wohle des Staates. Geprägt vom väter-lichen Vorbild in der Toskana, von vorzüglichen Lehrern erzogen, richtetesich das Interesse Erzherzog Johanns auf die Geschichte des HausesHabsburg und auf die Bemühungen zur Verbesserung der Lebensumstän-de der Staatsbürger. Als Repräsentant der Aufklärung ließ er sich beiAuslandsreisen die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Natur-wissenschaften und Technik zeigen und suchte diese in der Heimat inAnwendung zu bringen. Nachdem ihm Tirol verwehrt war, brachte erseine vorwiegend naturwissenschaftlichen Sammlungen, die er ab 1807in seinem Schloß in Thernberg, NÖ., zusammengetragen hatte, nachGraz, wo sie im Lesliehof Aufstellung fanden( Modrijan 1975; Fliedl1992).
Anregungen zu seiner Sammeltätigkeit dürfte Erzherzog Johann Jahrezuvor von dem im Dienste Fürsterzbischof Colloredos stehenden Kabi-nettdirektor Karl Ehrenbert Freiherr von Moll( 1760- 1838) erhaltenhaben, der privat ein vielbeachtetes Naturalienkabinett besaß, in dem erauch Zeugnisse des Volkslebens aufbewahrte. Leopold Schmidt, der aufdiese Zusammenhänge hinweist, zitiert neben Graf von Spaur den Päd-agogen Franz Michael Viertaler, der eine kurze Inhaltsangabe des volks-kundlichen Sammlungsbestandes liefert:„ Ein culturhistorisches Cabinetenthielt die National- Costüme, Volksspiele, Sitten und Gebräuche, etc.von Stadt und Land im Erzstifte Salzburg, theils figürlich, theils bildlich