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Ilg gegründeten und von Adolf Helbok, Arthur Haberlandt, Karl Ilg undihm selbst vorbereiteten Österreichischen Volkskundeatlas holte er auchdie Arbeitsstelle nach Wien und ans Wiener Institut, wo sie bis zu Wol-frams Emeritierung 1971/72 auch verblieb. Lehre und Forschung warenwesentlich von Wolframs Schwerpunkten( Brauchforschung, Schauspielund Tanz) und seiner vergleichend europäischen Sichtweise geprägt,ebenso von seinem ungebrochenen Kontinuitätsdenken. Die NachfolgeWolframs trat der aus Ungarn stammende Károly Gaál an, 1970 in Wienhabilitiert und wissenschaftlich einer Sach- und Sozialvolkskunde ver-pflichtet; ab 1977 erhielt das Institut mit Helmut Paul Fielhauer( 1937-1987) einen zweiten Professor. Dieser hatte schon als Wolframs Assistentund dann als Dozent( die Habilitation erfolgte 1974) versucht, die Metho-dendiskussion auch in Österreich zu entfachen und gesellschaftsrelevantekulturwissenschaftliche Themenfelder abzudecken bzw. zu erschließen:Arbeitervolkskunde, Heilkulturwissenschaft statt Volksmedizin, ländlicheUnterschichten, Großstadt etc. Seine als„ demokratische Kulturge-schichtsschreibung" verstandene Volkskunde hat die Wiener universitäreVolkskunde über seinen frühen Tod hinaus beeinflußt und bestimmt, ohnedaẞ dadurch die Pluralität der Lehrmeinungen und Forschungsfeldereingeengt worden wäre. Zu den bereits namentlich erwähnten volkskund-lichen Universitätslehrern kamen bzw. kommen in Wien noch der mit demTitel eines ordentlichen Universitätsprofessors ausgezeichnete Franz Lipp( habilitiert 1967), die Dozent/ in/ en Edith Hörandner, Olaf Bockhorn,Dieter Kramer und Emil Schneeweis( bereits verstorben) sowie seit 1992als Honorarprofessor Hermann Steininger. Ende September 1992 ist Ká-roly Gaál emeritiert; mit einer Neubesetzung des Ordinariats ist erst 1993zu rechnen.
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Daß ein derartiger Überblick kaum ohne Verkürzungen möglich ist, ver-steht sich von selbst. Er- der Überblick- kann nicht mehr als ein Skelettsein, das durch weiterführende Lektüre oder eigene Studien mit jenemFleisch zu versehen ist, welches eine Autopsie erst lehrreich macht.
Anmerkung
Der vorliegende Aufsatz ist eine nur unwesentlich veränderte und erweiterte Fassung desKurzreferats, das der Verfasser am 28.4.1992 in Bratislava gehalten hat. Auf Anmerkungenist bewußt verzichtet worden, weil in Kürze ausführliche Studien zur Geschichte derVolkskunde an den Universitätsorten Graz( von Helmut Eberhart), Innsbruck( von Rein-hard Johler), Salzburg( von Helmut Eberhart) und Wien( von Gertraud Liesenfeld-Herbert Nikitsch sowie von Olaf Bockhorn) zugänglich sein werden, die dem Autor schon