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bungen dieser Zeit eingebunden, beide hatten sich etwa gleichzeitig( 1892/93) an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien habili-tiert: Much für Germanische Altertumskunde, Haberlandt für Ethnogra-phie. Dazu ist zu bemerken, daß die Volkskunde damals durchaus als einBereich der Ethnographie angesehen wurde. Es ist also unrichtig, wennMichael Haberlandt als„ Völkerkundler" bezeichnet wird die Haber-landt'sche Ethnographie hat anfänglich sowohl den europäischen als auchden außereuropäischen Raum abgedeckt. Mitte des letzten Dezenniumsdes 19. Jahrhunderts gründete M. Haberlandt Verein, Zeitschrift undMuseum für Volkskunde in Wien; 1896 hielt er an der Wiener Universitätdie erste Lehrveranstaltung, deren Titel die Bezeichnung„, Volkskunde"enthält. Nach 1900 bezogen sich Haberlandts Lehrveranstaltungen aus-schließlich auf Europa, waren also in einem engeren Sinne volkskundlich.Die Tatsache, daßẞ Haberlandt als Leiter und Direktor des Wiener Volks-kunde- Museums niemals beruflich an die Universität gebunden war,brachte es mit sich, daß er als Privatdozent, später mit dem Titel einesaußerordentlichen Professors ausgezeichnet, nicht eigentlich schulebil-dend wirken konnte. Der einzige, der die Linie Michael Haberlandts ander Universität fortgesetzt hat, war sein 1914 ebenfalls für Ethnographiehabilitierter Sohn Arthur( 1889-1964). Im Bericht der Habilitationskom-mission ist nachzulesen, daß deren Mitglieder der Meinung waren, eineNennung der Volkskunde in der venia docendi wäre überflüssig, weil dieEthnographie diese ohnehin beinhalte. Man wird somit den jüngerenHaberlandt als den ersten„ eigentlichen“ Vertreter der Volkskunde an einerösterreichischen Universität ansprechen können. Arthur, Mitarbeiter undNachfolger seines Vaters als Museumsdirektor, wurde als akademischerLehrer nach 1918 zuerst dem Institut für Ethnographie und Anthropologie( geleitet von Rudolf Pöch) und 1929 dem nach der Trennung von Ethno-logie und Physischer Anthropologie entstandenen Institut für Völkerkundezugewiesen; erst ab diesem Zeitpunkt konnte er Dissertationen vergeben.Zu den bekanntesten Schülern A. Haberlandts zählen der Sprachinselfor-scher Walter Kuhn und Karl Haiding, der Wiener Mythologenschulenahestehend( auf sie kann hier nicht eingegangen werden sie geht aufden Indologen Leopold von Schroeder und den Iranisten Georg Hüsingzurück; als ihr bedeutendster volkskundlicher Vertreter gilt Karl( von)Spieß, dem aber eine universitäre Laufbahn nicht beschieden war). Dasvon A. Haberlandt entwickelte Konzept der Lebenskreise hat auf Univer-sitätsebene wenig Bedeutung erlangt; auf ihr sollte sich die germanistischeSchule Rudolf Muchs als ungleich durchschlagskräftiger erweisen.Much, im Gegensatz zu Vater und Sohn Haberlandt als Professor für dieFächer seiner Lehrbefugnis( welche außer der schon erwähnten Alter-
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