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gekennzeichnet durch eine Hinwendung zu Volkskultur- und Volkstums-pflege, eine als Bildungsarbeit verstandene„ angewandte" Volkskunde.Gerambs Nachfolger, sowohl im Museum als auch als Ordinarius, wurdesein erster Schüler, Hanns Koren( 1906- 1985). Koren hatte von 1932-1936 das 1938 aufgelöste„ Institut für religiöse Volkskunde" an der damalsausschließlich der theologischen Ausbildung dienenden Salzburger Uni-versität geleitet und war 1936 einem Ruf Gerambs an das Grazer Museumgefolgt und 1945 für Volkskunde habilitiert worden. Als Lehrender brachteKoren eine Vielzahl„ moderner" Themen in die Grazer Volkskunde ein:erinnert sei an seine Ansätze zur Stadt-, Arbeiter- und Industrievolkskun-de. Man wird ihn aber auch als einen Vertreter einer exakt arbeitenden,, historischen Volkskunde“ bezeichnen können. Vor allem sein„ Klassiker"der österreichischen Pflugforschung, das Buch„ Pflug und Arl“, wirddieser Etikettierung gerecht, doch auch seine Arbeiten zur Brauchfor-schung sind charakterisiert durch ihre Orientierung an geschichtlichenQuellen. Eine verstärkte Hinwendung zur Bundes- und Landespolitikprägte, mehr als die Wissenschaft, den weiteren Lebensweg Korens. Daswar der Entwicklung der Volkskunde an der Universität Graz in den 60erJahren nicht gerade förderlich, zumal der zweite Habilitierte, LeopoldKretzenbacher, 1961 nach Kiel berufen wurde und weitere Lehrende( Ernst Burgstaller, Oskar Moser) aus beruflichen Gründen nur unregel-mäßig zur Verfügung standen. Erst als 1972 Oskar Moser als NachfolgerKorens die Leitung des Grazer Instituts übernahm, wurde die sachvolks-kundliche Tradition wieder verstärkt aufgenommen und das Institut per-sonell ausgebaut. Der 1914 geborene Oskar Moser emeritierte 1984; zuseiner Nachfolgerin wurde 1986 die aus dem Umfeld der Arbeit amÖsterreichischen Volkskundeatlas und am Wiener Volkskundeinstitutstammende Edith Hörandner ernannt. In den beiden letzten Jahrzehntenwaren als Honorarprofessoren zudem noch Karl Haiding, Anni Gamerith( beide schon verstorben), Klaus Beitl und Viktor Herbert Pöttler, alsDozenten Elfriede Grabner und Günther Jontes in Graz tätig.
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Im Gegensatz zu Innsbruck und Graz verlief die Entwicklung in Wienkeineswegs linear, sondern zumindest zweigleisig, auf den Ebenen dergermanistischen Altertumskunde und der Ethnographie. Erstere ist inWien untrennbar verbunden mit dem Namen Rudolf Much( 1862-1936),letztere, soweit es den volkskundlich- europäischen Ast betrifft, mit Mi-chael Haberlandt( 1860-1940). Beide waren, wie ihr Freund RudolfMeringer und der etwa gleichaltrige Friedrich S. Krauß, als Studenten undJungakademiker im Rahmen der„ Anthropologischen Gesellschaft inWien"( gegründet 1870) in die ethnographisch- volkskundlichen Bestre-