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Volkskunde : Institutionen in Österreich
Entstehung
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Geramb mit dem Aufbau des Steirischen Volkskundemuseums im Rahmendes Steiermärkischen Landesmuseums Joanneum betraut und widmetesich ab nun ausschließlich der Volkskunde. Der Aufforderung seinesMentors Meringer, sich zu habilitieren, folgte er schließlich 1924; dieHabilitationsschrift zur Kulturgeschichte der Rauchstuben" erschien inMeringers Zeitschrift ,, Wörter und Sachen". Geramb war somit der erste,der für das Nominalfach Deutsche Volkskunde" an einer österreichischenUniversität die Lehrbefugnis erwarb; eine rege Lehrtätigkeit führte jedochnicht zur gewünschten Umwandlung der Privatdozentur in eine beamteteDozentur oder Professur. 1931 wurde er zwar zum unbesoldeten außeror-dentlichen Professor für deutsche Volkskunde ernannt, verblieb aber alsLeiter des Steirischen Volkskundemuseums im Personalstand des LandesSteiermark. Wenig später wurde Volkskunde Rigorosenfach, so daß esGeramb möglich war, eine erste Generation von Studierenden an sich unddas Fach zu binden; genannt seien Hanns Koren, Leopold Kretzenbacher,Oskar Moser und Franz Lipp. Vater" Gerambs Forschungsinteressenwaren geprägt durch seine Auseinandersetzung mit den alpinen Hausfor-men, durch seine museologische Tätigkeit in und für die Steiermark sowieseine Einbindung in die volksbildnerisch- ideologische Idee von Heimat-schutz und Heimatpflege. Damit in Zusammenhang stand auch die Grün-dung des ersten österreichischen Heimatwerks, des 1933/34 ins Lebengerufenen Steirischen Heimatwerks. Nicht unerwähnt soll die TeilnahmeGerambs an der Theoriendiskussion der 20er und 30er Jahre bleiben, diein Aufsätzen aus den Jahren 1924, 1928 und 1937 zum Ausdruck kommt.Geramb wurde 1939, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten,an der Universität, später auch als' Museumsleiter in den Ruhestandversetzt; der universitäre Volkskundliche Lehrapparat" blieb bis 1945verwaist. Der 1939 habilitierte Geramb- Schüler Leopold Kretzenbacherstand kriegsbedingt nicht als Lehrender zur Verfügung, und die Honorar-professur für den Kärntner Volkskundler Georg Graber war wohl primärals Alten- und Nazi- Ehrung gedacht. Unmittelbar nach Kriegsschluß undder Gründung der Zweiten Republik konnte Geramb als politisch Unbe-lasteter bzw. Verfolgter seine Museums- und Universitätsfunktionen wie-der aufnehmen; es brauchte jedoch noch vier Jahre, bis es 1949 gelang,für den als Direktor des Steirischen Volkskundemuseums in den Ruhe-stand getretenen Geramb ein Ordinariat sowie ein eigenes Universitätsin-stitut für Volkskunde genehmigt zu erhalten, welches er bis zu seinerEmeritierung im Jahre 1954 leitete. Die Geramb'sche Volkskunde setzteeinerseits die Intentionen Meringers fort, baute also auf einer intensivenBeschäftung mit der sogenannten materiellen Kultur" auf( man sprichtvon der, Grazer Schule der Sachvolkskunde"), war auf der anderen Seite