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Volkskunde : Institutionen in Österreich
Entstehung
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Zusammen mit dem Institutionenverzeichnis" der österreichischenVolkskunde, das auf der Grundlage von Vorarbeiten von Gertraude Lie-senfeld, Susanne Wicha und Michael Martischnig am Institut für Gegen-wartsvolkskunde letztlich von Herbert Nikitsch redigiert wurde, ist hier-mit aus diesen Ansätzen der letzten Jahre ein Nachschlagewerk der öster-reichischen Volkskunde hervorgegangen, das- über den Wert eines in-strumentum studiorum" hinaus- ein Referenzwerk für die längst angelau-fene wissenschafts- und kulturpolitische Debatte, in welcher die Volks-kunde sich in ihrer regionalen, nationalen und internationalen Stellung undin ihrer zukünftigen Einbindung in die einem deutlichen Wandel unter-worfenen Wissenschaftsgemeinschaft neuen Fragestellungen ausgesetztsieht. Es geht zweifelsohne um die Identität des Faches und um seineDarstellung und Behauptung innerhalb des Wissenschaftsgefüges.Der Mollakkord klingt hier nicht von ungefähr an. Während der Vorberei-tungsarbeiten zur Drucklegung dieses Bandes erfolgte der Beschluß derÖsterreichischen Akademie der Wissenschaften vom 16. Oktober 1992,das Institut für Gegenwartsvolkskunde mit einem Federstrich zum 31.Dezember 1992 aufzulösen. Damit war das dort initiierte und einzigekontinuierliche und konsequent durchgezogene Langzeitprojekt, das Bio-bibliographische Lexikon der deutschsprachigen Volkskunde, als For-schungsvorhaben in Frage gestellt. In einer Treuhand- Vereinbarung zwi-schen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem Vereinfür Volkskunde als Rechtsträger des Österreichischen Museums für Volks-kunde vom 10. Dezember 1992 wurde jedoch Vorsorge getroffen, daßdieses Projekt weitergeführt wird. Eine innerhalb des Vereins für Volks-kunde zu gründende Wissenschaftsgeschichtliche Arbeitsgemeinschaft/ Bio-bibliographisches Lexikon der Volkskunde wird das Projekt weiterhinbetreuen.6

So ist es auch zu verstehen, daß die Veröffentlichung dieses Sammelban-des- wie übrigens schon diejenige der vorangegangenen Folge der Vor-arbeiten des Biobibliographischen Lexikons der Volkskunde"- im Selbst-verlag des Österreichischen Museums für Volkskunde erfolgt mit demHinweis darauf, daß es sich dabei um ein bislang gemeinsames wissen-schaftliches Unternehmen gehandelt hat.

4 Magdalena Paríková, Pracovné stretnutie raskúských a slovenských etnografov vBratislave. In: Slovenský národopis 40, Bratislava 1992, S. 338- 339.

5 Wolfgang Brückner, Volkskunde im Abwind? In: Bayerische Blätter für Volkskunde19, Würzburg 1992, S. 196.

6 Klaus Beitl, Das Institut für Gegenwartsvolkskunde in Wien und Mattersburg. Schlie-Bung und Überleitung. In: ÖZV XLVII/ 96, 1993, S. 47.