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Grabschriften aus Österreich
Entstehung
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Ein Wink, ein Wort von ihm warebenfalls genug,

Das man die, so da ruhn, hie herzu Grabe Trug.

Erlößer! lasse sie doch auch diesTrostwort hören:

-

Steht Auf Aus Eurer Kruft! Zwar nicht

zurück zu kehren.

Nein, lasse sie Vielmehr von hier

geschieden seyn,

Vnd Führ sie durch den Tod zumwahren Leben ein.Sbg. Seb. 1775.

314. Die jungen Männer zog hinabDas eisige, fluthende Grab,Der Ew'ge wird ihnen LebenIm Himmel bei Seligen gebenUnd sein ein schützender Stab.

Mattsee 1897.

315. Des Todes Macht stürzt Jederman,Nur weis man nicht, wie wo und

wann.

So starb Franz Niklas ohn' Ver-

muthen,

Gestürzt vom Pferd in Salzachfluthen;Sein ganzes Haus weint tiefbetrübt,Sein Bruder, der Ihn stets geliebt,Setzt Ihm den Stein zum Angedenken,O lieber Leser! möchtest Du,Der armen Seel, zur ew'gen Ruh',Ein fromes Vater Unser schenken.')Sbg. Seb. 1783.

316. Erliegend in dem Kampf derSchmerzen,

Da alle Hilfe fruchtlos war,Gab sie mit fromm ergebnem Herzen,Sich Gott zum schönsten Opfer dar.Nußdorf 1891.

317. Ruhig schlief in HimmelssehnenEr, der beste Vater ein;Ach, ihm folgen heiße Thränen,Die ihm Frau und Kinder weih'n.

Sbg. Seb. 1871.Sbg. Seb. 1874.

1) Im Ton und Stil eines Marterls.

Zu Z. 6 vergl. Nr. 390.

3) Schluß vergl. Nr. 304, 305.

318. Ruhig schlief bey HimmelssehnenSie die beste Mutter ein,

Und ihr folgen heiße Thränen,Die ihr ihre Kinder weih'n;Zwar zu früh für uns hieniedenDeckt der Staub die Stätte zu,Doch schläft jetzt in süßern FriedenSie den Balsam- Schaf(!) der Ruh.2)Sbg. Nonnt. 1823.

319. Als Gatte treu,Als Vater gut,

So war der Edle,

Der hier selig ruht.

Sternberg 1891.

320. Hier ist's, wo die Mutter ich beweine;Wie sie war, so, fühl' ich, gibt eskeine.

Nun ruht sie selig und in Frieden

Doch ewig unvergeßlich bleibt sie

hier,

mir.³)

Mattsee 1877.

321. Vor Gottes Thron dies Zeugnis gibtDie Gattin, die er treu geliebt;Verwandte, die er hat gestützt;Die Menschen, denen er genützt.Oberndorf 1895.

322. Ihr unbeflecktes Leben

Geht über viele Zeit,

Der Lohn wird ihr gegebenIn froher Ewigkeit.

Die schönste Zird' der JugendIst Kampf für UnschuldssinnEs kräftigt in der TugendUnd schwingt zum Höchsten hin.4)Oberndorf 1888.

323. Kommt, ihr Jungfrauen Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrauen!Das Grab zu beschauen,Wer ruhet darin?Ein Spiegel der Jugend,Die Zierde der TugendIst gewichen dahin.5)

4) Die zweite Hälfte ist sehr gekünstelt.5) Vergl. Petak Tdg. Nr. 48.

Oberndorf 1883.