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Grabschriften aus Österreich
Entstehung
Seite
11
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I. Der Tote redet.

Wanderer, steh' still

Übersicht.

Hier lieg' ich im Rosengarten

Geh' nicht vorbei( Was du bist, bin ich gewesen)

Nr. 189--13

» 14-22

Der Tod kommt schnell

Betet für mich

Weinet nicht

Weg in eine bessere Welt

Wiedersehen bei der AuferstehungEltern an ihre KinderVerschiedene Stände

» 23-31

» 32-40

» 41-53

» 54-58

» 59-65

» 66-75

» 76-79

1. Der Seiler spinnt der Fäden viel,Er spinnt sie oft und so lang er will;Könnt' er den Lebensfaden spinnen,So läg' er nicht im Grabe drinnen;Doch diesen spinnt ein Anderer,Drum lebe fromm, o Wanderer,Stehe still und denk an mich,Daß auch deines Lebens Faden bricht.¹)Mattsee, o. J.

2. Halt In, stehe still,

hör was ich will,

mit dem weyhbrun besprenge dich,mit einem

Vatter vnser vnd AveMaria erquickhe mich.Schellenberg, Kirche, 1700.( Sieger, Zwieselstein.) 2)

3. Steht still, ihr Freunde und( Bekannte)Dahier vor meinem kühlen Grab,Der Tod hat mich hinweggenommen,So daß ich's nicht vermuthet hab.

Sbg. Seb.3)( Schwzb. Nr. 7.)( Hörm. I. S. 45.)

4. Steht still, ihr Freunde und Bekannte,Hier vor meinem kühlen Grab,Der Tod hat mich so schnell ge-nommen,

Wo ich es nicht vermuthet hab.

Anthering 1890.

5. Steh Wandersman vnd höre an,Was dir die Todten sagen!Pack ein dein sach fein algemach,Du folgst in etlich Tagen.+)

Sbg. Seb. 1732.

6.

vir sistto( sic!) viatorlege

vade et tu fac similiter.³)

Grafenstein, Kirche, 1727.

7. O Wanderer, steh still und bete für

mich,

Morgen kommt ein anderer und betetfür dich.

Klagf.( 2mal).

1) Wie so oft, hat man an der Grabschrift zwei Teile zu unterscheiden. MitZ. 5-8 gehört der Spruch in diese Gruppe, während die an den Beruf des Totengeknüpfte Betrachtung( Z. 1-4) auf die Gruppe III verweist.

Pom. bemerkt, daß Name und Jahr weggemeißelt worden zu sein scheinen.2)» Marterln und Grabkreuze.« Zeitsch. für österr. Volksk. I, 293.

3) Das Jahr unleserlich.

4) Zur Mahnung an den Tod vergl. Nr. 23 ff.; ferner Hörm. I, S. 4; PetakFrdfv. Nr. 8; Petak Tdg. Nr. 24, 76; Hein, Totenbrett von Maurach bei Zell am See( Zeitsch. f. österr. Volksk. I, 64) Nr. 2.

5) Grab einer gelehrten Nonne namens Franziska Maria v. Kemeter.