V. Kindergrabverse.
Die Eltern an das Kind.
So früh dahingegangen.Du bist jetzt ein Engel
Du warst eine Blume
Das Kind spricht.
Warum weinet Ihr?
Übersicht.
Ich bin ein Engel gewordenHier in diesem RosengartenIch bin so jung gestorbenVater, wenn die Mutter fragt
Mitteilungen der Eltern.
Sein Leben war ein AugenblickHier liegt unsere Wonne begrabenEin Engel im HimmelEine gebrochene Blume.Allgemeine Gedanken.Trostworte
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504. Der Mutterliebe bange SorgenBewachten deinen gold'nen Morgen,Da riß der Tod, ach, zu geschwind,Aus unser'm Kreis dich, liebes Kind.Mattsee 1891.
505. Mit Freuden hab ich Dich geboren,Mit Liebe hab ich Dich gepflegt,Mit Schmerz hab ich Dich verloren,Mit Thränen in Dein Grab gelegt.Maria Saal, Kirche, 1893.( Hörm. III, S. 4.)
506. Nach langen, bangen Tagen,In der Jugend vollster Kraft,Wurdet ihr von Gott gerufen,In die bess're Welt gebracht.Die Hoffnung nur, daß wir dereinstVereint sein werden immerdar,Gibt Mut und Trost dem schwer-
gebeugten
( Von Gott?) geprüften Elternpaar.¹)
Mattsee 1886.
507. In des Lebens hoffnungsvoller BlüteMähte euch des Todes kalte Hand,Raubte treuen Eltern ihre Freude,Ihrer Liebe schönstes Unterpfand;Ruhet sanft, euch weckt der MutterKlage,
Weckt des Vaters lauter Seufzernicht,
Denn der Geist eilt zu dem schönstenZiele,Höherer Verklärung reinstem Licht!Schnobolin 1877.
508. Daß schon so früh Du mußtest
scheiden,
Beklagen wir mit tiefem Schmerz.Groß waren ja der Trennung Leiden,Ruh' sanft, geliebtes, gutes Herz.Klagf. St. Ruprecht.
509. Ruhe sanft, Du liebes Kind,In der Erde kühler Gruft;Einst wenn unsre Zeit verrinnt,Und auch uns Gott zu sich ruft,
1) Vergl. zum Anfang Nr. 130 sowie Hein: Totenbrett aus Maurach bei Zellam See( Zeitschr. f österr. Volksk. I, 64) und Petak Leond. Nr. 40.