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Grabschriften aus Österreich
Entstehung
Seite
70
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ANHANG.

Marterln

Wegkreuze und Votivbilder

Marienbilder

Kirchen- und FriedhofinschriftenHaussprüche

Nr. 598-610611--621

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598. O Mensch! Du mußt sterbenUnd weißt nicht die Stund,Wan der Tod wird kommen,Dich richten zu grund.

599.

Bist jung oder alt,

Wie es Gott gefallt,

Bist groß oder klein,

Gestorben muß es seyn.

Marterl in Maria Plain 1780.

Andenken

des Ehrenzüchtigen Jünglings Se-bastian Dornauer Hutmachergeselldahier, welcher im vier und zwanzig-sten Jahre seines Alters zur Huldi-gungs- Zeit Kaisers Ferdinanden des I.am 11. August 1838 durch den Ein-sturz eines Hauses in Hall, seinLeben geendet hat. Gott habe ihmseelig.

Auch der muntre Jüngling stirbt,Wie die Blume schnell verdirbt;Wie ein Dieb um MitternachtKommt der Tod. So bethet, wacht.Einen Jüngling deckt dies Grab,Ach, ein Haus fiel über ihn herab;Und ihr fragt: warum der Jünglingstarb,

Das die Boßheit nicht sein Herz ver-

darb.1)

Marterl in Fügen( Zillertal) 1838.

600. O Jüngling! Stehe still alda andiesen Ort,

Beth mir einen Vaterunser, dann

setze deine Reise fort.Auch du hast keinen Brief, wannes mit dir ist aus,

Vielleicht kombst du Heute noch zumir ins Todtenhaus.

Trau deiner Gesundheit nicht, auchdeinen jungen Jahren,Der Tod hat List und Tük, das habeich, o Freund, erfahren. 2)

Marterl am Raintaler Seebei Brixlegg 1878.

601. Lieber Leser, geh' nicht vorbei,Ohne an mich zu denken,Thu' mir ein Vaterunser glei'Und Ave Maria schenken.³)

Marterl in Zill bei Hallein 1888.

602. Wandrer, du mußt Achtung geben!Ein Schritt ist zwischen Tod undLeben.

Du bist nicht stärker als wie ich,Geh hin, leb fromm und beth für

mich.4)

Marterl bei Zell am See( Weg zur Schmittenhöhe).( Hörm. II, S. 10.)

1) Zu Z. 5 vergl. Hörm. I, S. 78, 131. Zu Z. 8 vergl. Hörm. III, S. 3.

2) Ähnliches bei Hörm. I, S. 116, 131, 135 ff.; II, S. 31, 187; III, S. 188, 191.

3) Schluß vergl. Nr. 37.

4) Vergl. 293.