USEum
,, Das Gedächtnis der
ethnocineca wächst mit
den Personen"
Ein Gespräch mitMarie- Christine Hartig
Nach der Schließung des Weltmuseums2014 suchte das ethnografische Filmfestivalethnocineca nach einem neuen Ort, an demauch außerhalb des jährlich stattfindendenFilmfestivals in regelmäßigen Abständen( ethnografischer) Dokumentarfilm gezeigtwerden kann. So entstand die Kooperationzwischen dem Volkskundemuseum Wienund der ethnocineca. Mit der Neueröffnungdes Weltmuseums wandert der Filmklubab Frühjahr 2018 wieder dorthin zurück.Über mehr als 10 Jahre Festival, Filmklubund Projektwerkstatt ist Raffaela Sulznerim Gespräch mit Marie- Christine Hartig,auf der Couch im Direktionsbüro.
Am 18.1.2018 findet der letzte Filmklubim Volkskundemuseum Wien statt, für denes noch ein Filmprogramm zu kuratierengilt. Die Idee ist, sich bei der Auswahl derFilme an der aktuellen Sonderausstellungheimat machen zu orientieren.
Besitzt die ethnocineca eigentlich eineigenes Filmarchiv?
Ein physisches Archiv gibt es nicht, aberaus den Einreichungen für das Festvialhaben wir im Laufe der Jahre schon eineDatenbank erstellt. Und es ist natürlichgerade für Kooperationen schön, darausschöpfen zu können. Wir haben daraufkeinen freien Zugang, sondern könnenin Absprache mit den FilmemacherInneneinzelne Werke wieder zeigen. Viel davonist im Kopf von meinem Kollegen Martin
53. Jahrgang
Lintner und von mir, weil wir seit vielen
Jahren das Filmfestival kuratieren.
Welche Filme werden im Filmklub gezeigt?Im Filmklub haben wir traditionell Filmegezeigt, die entweder Highlights des Pro-grammes des Festivals abbilden oder esknapp nicht ins Programm geschafft haben.Denen wollen wir trotzdem Aufmerksamkeitgeben, zumal wir im Festival nur eine be-stimmte Auswahl an Filmen zeigen können.Letztes Jahr hatten wir rund 400 Einrei-chungen und wir können beim Filmfestivalnatürlich nur eine Auswahl zeigen, 2017waren es 54 Filme. Es gibt immer einigeFilme, die uns irrsinnig am Herzen liegenund die es dann nicht ins Programm schaf-fen. Deswegen ist der Filmklub natürlicheine schöne Möglichkeit. Aber auch andereKooperationen, wie jene mit Lisa Mai unddem dotdotdot Filmfestival 2017, die eineKooperation zwischen dem Volkskunde-museum, dotdotdot und ethnocinecawar, freuen uns sehr. Begleitend zu der imVolkskundemuseum gezeigten AusstellungMillionaires of time..." haben wir gemein-sam mit Lisa Mai ein Filmprogramm zusam-mengestellt.
2016 feierte die ethnocineca ihr10- jähriges Jubiläum. Wie kam eszur Gründung des Vereins?
Das Festival ist aus einem Seminar amInstitut für Kultur- und Sozialanthropologieder Universität Wien entstanden. Das Ins-titut hatte immer schon einen inhaltlichenFokus auf Visueller Anthropologie. Bereitsin den 1990er- Jahren gab es Ethnografi-sche Filmtage. Im Rahmen eines Seminars2006 haben sich Studierende erneut mitdem Ethnografischen Film auseinanderge-setzt und am Ende ein Programm für einFilmfestival zusammengestellt. Ein Teil der
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