Heft 
54 (2019) 3
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Schaufenster

54. Jahrgang

Neuigkeiten aus derProvenienzforschung

Anlässlich des ersten internationalen Tagesder Provenienzforschung am 10. April 2019boten die Provenienzforscherin ClaudiaSpring und die Kulturvermittlerin Katha-rina Zwerger- Peleska eine Führung durchdie Schausammlung des Museums an. Beidrei Installationen zu bereits restituiertenObjekten aus der Sammlung von Anna undKonrad Mautner beschrieben sie detail-liert die einzelnen Schritte von den erstenRecherchen zu einer bedenklichen Erwer-bung bis zur konkreten Restitution an dieErbinnen. Heutige Restitutionen zählen zuden langwierigen Folgen von Verfolgung undVertreibung, wovon auch in der Gegenwartviele Menschen betroffen sind. Bei zweiInstallationen der Küsten Österreichs in derSchausammlung diskutierte die Gruppediese Themen.

Teilgenommen haben 16 Personen:Kolleginnen vom Bundesdenkmalamt, vomAuktionshaus Sothebys, von den Samm-lungen der Universität Wien, weiters zweiKünstlerInnen, die sich mit NS- Gedächtni-spolitik beschäftigen, eine Politologin undder Leiter einer diakonischen Einrichtung,die nach Österreich geflüchtete Menschenunterstützt.

Anlässlich des zwanzigjährigen Beste-hens des Kunstrückgabe gesetzes erschie-nen in Band 8 der Schriftenreihe derKommission für Provenienzforschungzwei Beiträge von Claudia Spring zumVolkskundemuseum Wien- zu den genann-ten Installationen in der Schausammlungsowie zu Anna Mautner, die weit mehr

als nur die Witwe des bekannten Volks-

kunde- und Volksmusikforschers KonradMautners war.

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Am 12. April 2019 entschied derKunstrückgabebeirat, dass fünf Objekte ausdem ehemaligen Eigentum von Mitgliedernder Familie Wittgenstein in den Jahren 1938und 1940 rechtmäßig ins Volkskundemu-seum gelangt waren, da es sich um Wid-mungen handelt, die, so der Beirat in seinerausführlichen Begründung, nicht von derSituation der Verfolgung, sondern von derFortsetzung einer Übung, österreichischenMuseen Gegenstände zukommen zu lassen,motiviert waren."( Zum Nachlesen: www.provenienzforschung.gv.at)

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Nach der Empfehlung des Kunstrück-gabebeirats vom Juli 2017, die Objekte ausdem ehemaligen Eigentum von Marianneund Ing. Robert Jonas zu restituieren,konnten dank der umfassenden Unterstüt-zung der Israelitischen KultusgemeindeWien Anfang 2019 die Erbinnen kontaktiertwerden. Sie leben heute als langfristigeFolge der Verfolgung und Vertreibung ihrerGroßeltern in Großbritannien. Die zurestituierenden Objekte wurden daher nachLondon gesandt und vom österreichischenBotschafter im Mai 2019 an die Erbln-nen von Marianne und Ing. Robert Jonaszurückgegeben.

Claudia Spring,Provenienzforschung